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Pik Lenin 1992
Kurzfassung des Reiseberichts 1992 in dieser Form in den Mitteilungen des DAV Überlingen 1993 (C) Hartmut Bielefeldt 1992
| Kurzzusammenfassung - Berge
| | Pik Razdelnaja | 6148 m |
| Pik Lenin | 7134 m |
Nachdem wir - unter zähneknirschender Bezahlung des
Übergepäcks - Moskau ohne weitere Zwischenfälle
erreicht haben, folgt eine etwas hektische, aber sehr kompetent
begleitete Stadtrundfahrt.

Basiliuskathedrale am Roten Platz in Moskau

Gewürzstand auf dem Bazar in Osch
Der Flug nach Osch (Kirgisien) ist ein Aeroflot-Inlandsflug und
entsprechend abenteuerlich. Trotzdem gut angekommen und auch gut
verpflegt, treten wir den einstündigen Flug im natürlich
völlig überladenen Hubschrauber ins Basislager an.
Dort verleben wir die ersten Tage mit Ausrüstung sortieren,
Spaziergängen und diversen Übungen
(Zelt aufbauen, Kocher, Spaltenbergung, Funk...).
Das Basislager (3700m) an sich ist noch von den sowjetischen Zeiten
her meist gut organisiert, es gibt drei warme Mahlzeiten am Tag.
Bei der Zuteilung des Proviants für die Hochlager ist der
kirgisische Lagerverwalter allerdings dem Herzinfarkt nahe,
wenn mehr als drei Personen im Lager stehen.

Ankunft im Basislager.

Das Basislager Atschik Tasch auf 3700 m. Im Hintergrund der Pik Lenin (7134 m), etwa 20
Kilometer entfernt.

Das ganze Tal um das Basislager ist über viele Quadratkilometer voll
mit Edelweiß. Für uns Alpengewohnte ein "Alptraum": Man kann gar
nicht über die Wiese gehen, ohne mit jedem Schritt welche zu zertreten.
Am fünften Tag beginnt der Ernst des Lebens mit einem Heli-Flug
zum Lager 1 (4500 m) mit der gesamten Ausrüstung. Selbige wird
aufgebaut, und wir steigen wieder ins Basislager ab. Am nächsten Tag
folgt - im schönsten Sauwetter - der für die Akklimatisation
wichtige Aufstieg zu Fuß, an dessen Ende wir die Zelte ziemlich
eingeschneit wieder vorfinden. Zelte ausgraben, Tee kochen und Klamotten
trocknen dauern den ganzen folgenden Tag an.

Wäsche trocknen im Lager 1
Der 8.Tag beginnt um halb
drei: Materialtransport zum Lager 2 (5400 m). Alles klappt fast
reibungslos, sechs Stunden. Gegen Abend steigen wir wieder ab.
Im Lager 1 folgen zwei Ruhetage. Mehrere Teilnehmer werden
hauptsächlich wegen Problemen mit der Lunge mit dem Heli
ausgeflogen. Am elften Tag endgültig nach Lager 2; die ersten vier
sind schon dabei, Lager 3 auf 6050 m aufzubauen. Wieder ein Ruhetag, und
am nächsten Morgen brechen wir ins Lager 3 auf. Erst stürmisch
mit Schneefall, bessert es sich bis zur Ankunft. Die üblichen
Höhenproblemchen machen einen weiteren Ruhetag notwendig.

Früh am Morgen auf dem Weg von Lager 1 nach Lager 2.

Lager 3 auf 6050 m.

Ein Schmetterling hat sich ins Lager 3 verflogen.
Am 15. Tag
brechen wir zu siebt (sechs unserer Leute und ein "Eingesammelter")
zum Gipfel auf. Der endlose Anstieg über 1100 Höhenmeter und
sieben Kilometer dauert elf Stunden. Wir haben großes Glück
mit dem Wetter: es ist zwar morgens -20 Grad kalt, aber meist nur schwach
windig. Oben ist es sogar ganz windstill und mit -5 Grad mollig warm.

Pik Dzerzhinskogo am Morgen unseres Aufstiegs zum Pik Lenin.

Auf dem Weg zum Gipfel (auf ca. 6600 m)
Die
Lenin-Büste am Gipfel ist (leider) mit dem Ende der UdSSR sofort
beseitigt worden, so ist es schwierig, auf dem großen Plateau den
höchsten Punkt überhaupt auszumachen.

Der Gipfel, oder was davon übrig ist

Der Rückweg zum Lager 3; in der Mitte der Pik Razdelnaja, und im Sattel unterhalb (knapp von einem näheren Rücken verdeckt) Lager 3.
Trotzdem: 7134 Meter, der
Pik Lenin ist erreicht. Die Aussicht in Richtung Afghanistan, Pakistan und
China ist etwas bewölkt, aber eindrucksvoll genug. Der Abstieg dauert
drei Stunden. Danach werden Lager 3 und 2 abgebaut. In einem Gewaltmarsch
erreichen wir Lager 1, wo am nächsten Tag der Heli den Materialtransport
übernimmt.
Zurück im Basislager, wird das Wetter schlecht. Immerhin nachdem
es uns eine außergewöhnlich lange Schönwetterperiode
für unseren Lenin eingeräumt hatte. Wir machen daher eine
abenteuerliche Busfahrt nach Samarkand, wo wir noch eine ganze Menge an
Kultur Mittelasiens aufnehmen können. Die Vielzahl an Moscheen, alten Koranschulen
und Begräbnisstätten kann man kaum an ein paar Tagen wirklich
bewältigen.

Der Registanplatz in Samarkand war (und wird mittlerweile wieder)
ein wichtiges religiöses Zentrum des Landes. Die drei den Platz umfassenden Medressen
(Koranschulen) werden eifrig renoviert.

Kuppel einer Moschee in Samarkand. Die Original-Rezeptur für das
einzigartige Türkis dieser Bauten ist leider verlorengegangen.
Ein Iljuschin-Beinahe-Schrotthaufen bringt uns zurück nach Moskau, wo der
Westen und trinkbares Bier wieder in erreichbare Nähe gerückt
sind.

In einer Metrostation in Moskau.

Die Basiliuskathedrale bei Sonnenuntergang. Bescheiden wie ich bin, muß ich feststellen, daß
das eines meiner schönsten Fotos überhaupt ist..;-)
Diese Reise haben wir als Teilnehmer einer 13-köpfigen Expedition von
Hauser Exkursionen, München, unternommen.
Es war unsere erste Bergreise außerhalb der Alpen. Trotz einiger kleiner,
oft vielleicht auch subjektiver Mängel war es außerordentlich interessant und
auch im Nachhinein sehr lohnend.
Schon beim Rückflug war uns eigentlich klar, wo unsere nächste Urlaubsreise uns hinführen würde - und das haben wir in derartiger Klarheit nie wieder erlebt (Stand 2004)
Falls Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Text und der Reise haben, mailen Sie mir bitte: Hartmut (at) bielefeldt.de
Den ausführlichen Reisebericht (allerdings ohne Bilder, 23 Seiten/172 kBytes) können Sie als Adobe PDF-Datei laden.
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Letzte Änderung 31. Januar 2000 durch Hartmut Bielefeldt
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