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Kurzzusammenfassung - Berge
Azau-Gitche-Cheget-Kara3461 m
Elbrus5642 m

Elbrus 2006

Amical Alpin
28. April - 05. Mai 2006

Reiseleitung/Bergführer: Stephan Keck
Teilnehmer: Ralf W., Stephan Kr., Josef B., Johannes B., Werner F., Alois B., Georg P., Claudia Bäumler, Hartmut Bielefeldt
Verfasser dieses Berichts: Hartmut Bielefeldt

Freitag, 28. April

Flug München - Mineralnye Vody, Busfahrt nach Azau

Freitagmittag um 12:50 fliegen wir mit einer Tu-154, die schon bessere Zeiten gesehen zu haben scheint, von München nach Mineralnye Vody in den Ausläufern des Kaukasus. Entgegen dem ersten Eindruck des Flugzeugs ist der Service von KMV1 in Ordnung. Das am Ende des Fluges ausgegebene Einreiseformular sorgt etwas für Verwirrung, da es einsprachig nur auf Russisch ist.

Die Passkontrolle ist nach anfänglichem Durcheinander einigermaßen zügig absolviert, und eine halbe Stunde nach Ankunft werden wir von der örtlichen Agentur in Empfang genommen. Drei Stunden Busfahrt teilweise durch heftigen Regen - der Busfahrer kennt die Straße offensichtlich auswendig und braucht kein funktionierendes Abblendlicht - und wir erreichen unser Hotel in Azau (2350 m) am Fuß des Elbrus abends um zehn. Abendessen; draußen nieselt es.

1 KMV (Кавказкие Минералные Воды - Kav Min Vody) ist die örtliche Fluggesellschaft von Mineralnye Vody.

Samstag, 29. April

Azau-gitche-Cheget-Kara ("Cheget-Gipfel")

Wider Erwarten ist das Wetter heute morgen nicht nur gut, sondern wolkenlos. Mit Ski und Rucksack in der Hand fahren wir um neun Uhr mit dem Sessellift zur Cheget-Bergstation auf 2730 m. Während das Tal nur noch teilweise schneebedeckt ist, ist es hier noch winterlich. Zwei Stunden steigen wir über Schneehänge links des Grats zum Gipfel des Azau-Gitche-Cheget-Kara (3461 m). Von hier hat man eine schöne Aussicht auf die beiden Gipfel des Elbrus gegenüber und zur anderen Seite hin auf den Kaukasus-Hauptkamm. Freundlicherweise ist es auch nicht allzu kalt.

Die Abfahrt auf der Südseite bringt erstklassigen Bruchharsch; erst im Talgrund wird der Schnee weich und ordentlich fahrbar. Dafür wird der Schnee schon bald knapp, und man muss sich von Schneefleck zu Schneefleck arbeiten. An einer Stelle liegt ein verrostetes Militärfahrzeug im Bach.

Zurück in Cheget um 14 Uhr, Bier und Schaschlik im ersten Restaurant am "Ortsanfang".

Cheget, mit Nakratau (4269) und Dongusorun (4454)
Cheget, mit Nakratau (4269) und Dongusorun (4454)
Elbrus vom Cheget aus gesehen
Elbrus vom Cheget aus gesehen
Endlich Schaschlik
Endlich Schaschlik

Sonntag, 30. April

Seilbahn bis Station "Mir", Aufstieg zu den Bochki-Hütten mit Ski; Akklimatisationsausflug bis 4400m

Heute ist etwas früherer Aufbruch angesagt, weil sonntags an der Seilbahn viel los sein soll. Nach dem Frühstück sind wir daher um halb neun an der Talstation und fahren die zwei Etappen bis zur Endstation "Mir" auf 3465 m. Das Gepäck sowie die Köchin, die uns oben versorgen wird, werden auf eine Pistenraupe verladen. Ohne Gepäck steigen wir gemütlich in einer Dreiviertelstunde zu den Bochki-Hütten ("Tonnen" 2) auf 3700 m auf.

Das Baksan-Tal von der Mittelstation aus
Das Baksan-Tal von der Mittelstation aus
Auf dem Weg zu den Tonnen
Auf dem Weg zu den Tonnen
Bochkis in Sicht
Bochkis in Sicht
Der Elbrus scheint zum Greifen nah - ist es aber nicht
Der Elbrus scheint zum Greifen nah - ist es aber nicht

Dort ist schon ein Imbiss vorbereitet. Kurz vor Mittag brechen wir mit wenig Gepäck zu einer Akklimatisationstour auf. Die meisten gehen bis etwa 4400 bis 4500 Meter, das dauert mit Pausen an die zweieinhalb Stunden. Das ganze Gelände ist allerdings nicht gerade einsam: Russische Skifahrer lassen sich mit Pistenraupen bis auf 4500 m bringen, unser Aufstieg und Abfahrt verläuft also längs der Piste. Zurück bei den Tonnen sind wir dadurch aber auch schnell.

Die Ruine der Prijut-11
Die Ruine der Prijut-11

Unser örtlicher Führer Oleg schlägt für morgen vor, nochmals bis zu den Pastuchov-Felsen auf 4600 m aufzusteigen und dort in der Blankeispassage den Umgang mit den Steigeisen zu üben. Für die Gipfelbesteigung selbst, für übermorgen geplant, bieten sich zwei Möglichkeiten an: um drei Uhr von den Tonnen aus mit Ski, oder um fünf Uhr mit der Pistenraupe bis 4500 m und erst dann zu Fuß weiter.

Der Wetterbericht ist gut, aber es gibt einige Zweifel an der Verlässlichkeit: Für heute war ziemlich schlechtes Wetter angesagt, und es war bis auf Quellwolken schön. Da das Wetter in der Gegend im Allgemeinen als wenig stabil gilt, überlegen wir, schon morgen einen Gipfelversuch zu wagen. Das entspricht zwar nicht dem üblichen Plan, und wir sind praktisch nicht an die Höhe angepasst, aber wer weiß schon wie lange das Wetter wirklich hält? Claudia und mir wäre es eigentlich lieber, auf die Pistenraupe zu verzichten, die die Mehrheit nutzen möchte. Weil aber die Organisation mit einer aufgeteilten Gruppe zu kompliziert würde und die 1900 Höhenmeter ohne Akklimatisation ein recht heftiger Brocken sein dürfte, werden wir morgen alle zusammen mit der Abkürzung per Pistenraupe versuchen, den Gipfel zu erreichen - Schönwetter vorausgesetzt. Übermorgen könnte man beispielsweise ohne Pistenraupe auf den Ostgipfel gehen, wenn man dann noch Lust dazu hat, die vollen Höhenmeter ohne Aufstiegshilfe zu bewältigen und den Berg sozusagen "by fair means" zu besteigen.

2 Бочка heißt auf russisch "Tonne"

Montag, 01. Mai

Elbrus Westgipfel

Morgens um fünf werden wir von der Pistenraupe zum Ende der fahrbaren Strecke auf 4500 m unterhalb der Pastuchov-Felsen gebracht. Es ist kalt und sehr windig (-20°C / 40 km/h), aber schön. Sonne werden wir frühestens in zwei Stunden bekommen. Da der Elbrus sehr frei in der Landschaft steht, sind seine Hänge ständig mehr oder weniger starken Stürmen ausgesetzt. Der Gletscher im Bereich der Pastuchov-Felsen ist meist blankgefegt - deshalb lassen wir die Ski auch gleich hier für die Abfahrt zurück und gehen zu Fuß.

Das Gletschereis ist winterlich hart, schon bei 35° Neigung legen Stephan und Oleg ein - nicht unpraktisches - Fixseil. Ab 4900 m liegt wieder Schnee auf dem Gletscher, aber er ist hartgepresst und zum Skifahren wenig geeignet.

Blick zum Uschba, morgens um sechs
Blick zum Uschba, morgens um sechs
Die Pastuchov-Felsen liegen noch im Schatten
Die Pastuchov-Felsen liegen noch im Schatten
Der Schatten des Elbrus reicht weit
Der Schatten des Elbrus reicht weit
Endlich kommen wir in die Sonne
Endlich kommen wir in die Sonne
Es bleibt aber windig und kalt
Es bleibt aber windig und kalt
Im Osten liegt der Kaukasus-Hauptkamm
Im Osten liegt der Kaukasus-Hauptkamm

In der Sonne ist es nun etwas angenehmer, an Temperatur und Wind hat sich aber nichts geändert. Eine endlose aufsteigende Querung führt uns nach links in den Elbrus-Sattel zwischen dem Westgipfel (5642 m) und dem Ostgipfel (5621 m). Hier ist der Wind etwas schwächer. Für die verbleibenden 300 Höhenmeter brauche ich zwei Stunden; der Hauptgipfel ist natürlich ganz am hinteren Ende des Gipfelplateaus. 13 Uhr, Oleg ist mit mir am Gipfel; die meisten anderen waren eine halbe bis ganze Stunde früher oben gewesen.

Eine endlose Querung führt zum Sattel
Eine endlose Querung führt zum Sattel
Blick nach Süden
Blick nach Süden
Claudia auf dem Elbrus-Gipfel
Claudia auf dem Elbrus-Gipfel
Der Ostgipfel mit seinem Krater, vom Westgipfel gesehen
Der Ostgipfel mit seinem Krater, vom Westgipfel gesehen
Fernsicht zum Uschba
Fernsicht zum Uschba

Das Wetter arbeitet schon an den nachmittäglichen Wolken, aber noch ist die Sicht gut. Leider können wir sie nur kurz genießen, denn der Wind ist hier oben noch heftiger als in der Flanke. Als wir eine halbe Stunde später zurück im Sattel sind, sind beide Elbrus-Gipfel schon in Wolken.

Es folgt der lange und anstrengende Weg zurück durch Querung und Blankeis; daran schließt sich eine wenig erquickliche Skiabfahrt zu den Tonnen an: Erstens ist das Wetter jetzt schon ganz schön ungemütlich geworden, zweitens war der Tag recht anstrengend, so dass ich froh bin, endlich (und ohne irgendeinen dummen Sturz auf der Piste) am Ziel anzukommen.

An den Bochkis zeigt sich der Vorteil eines ordentlichen Handy-Netzes: Werner hatte sich oben wohl durch unzureichende Handschuhe einige Finger erfroren. Unser Teamarzt Georg kann sich per Handy in Deutschland unterstützenden Rat über die Notfallmedikamentierung holen.

Abends beginnt es heftig zu schneien.

Zurück in den Tonnen: Dort fehlt es an nichts
Zurück in den Tonnen: Dort fehlt es an nichts

Dienstag, 02. Mai

Abfahrt von den Bochkis nach Azau

In der Nacht hat es 40 cm geschneit, heute morgen ist es bewölkt. Nach einem kurzen Sonnenstrahl schneit es weiter.

Morgens müssen erst mal alle Tonnen wieder ausgegraben werden
Morgens müssen erst mal alle Tonnen wieder ausgegraben werden
Abfahrt im Nebel
Abfahrt im Nebel

Werner fährt mit den beiden Führern Oleg und Stephan und einigen Rucksäcken zusammen mit Pistenraupe und Seilbahn ins Tal, während die Anderen die Piste zur Station "Mir" und weiter zur Talstation mit Ski abfahren. Das Pulverschneevergnügen hält sich in Grenzen, die Sicht ist sehr schlecht. Ab der Mittelstation (2900 m) ist die Piste wegen zu wenig Schnee als gesperrt markiert. Etwas oberhalb der Talstation wird Stephan Kr. von Geröll und Steinen, die vom Neuschnee knapp überdeckt waren, sehr unsanft ausgebremst. Eine Schulterverletzung ist die Folge.

Unsere beiden Verletzten werden im nächstgelegenen Krankenhaus untersucht. Morgen werden sie nach Mineralnye Vody gefahren und über Moskau nach München heimgeflogen. Amical hat den Heimflug zusammen mit dem DAV erstaunlich schnell auf die Beine gestellt.

Zurück in Azau, kann man sich einen modischen Hut kaufen...
Zurück in Azau, kann man sich einen modischen Hut kaufen...
...oder endlich wieder Schaschlik essen.
...oder endlich wieder Schaschlik essen.

Mittwoch, 03. Mai

Echo Voiny Pass

Auch heute zeigt sich das Wetter eher durchwachsen. Für den Elbrus würde es nicht taugen - gut, dass wir dem Wetter von Anfang an nicht getraut hatten und uns nicht an den "üblichen" Plan gehalten hatten.

Unsere Verletzten (Viktor hat sich den Finger in der Autotür eingeklemmt)
Unsere Verletzten (Viktor hat sich den Finger in der Autotür eingeklemmt)

Heute wollen wir eine halbwegs übersichtliche Skitour unternehmen: etwa zwei Stunden von der Mittelstation zum Echo Voiny Pass. An der Seilbahn ist um neun Uhr schon ein solcher Andrang, dass wir nach Alternativen suchen müssen. Da sich für den Cheget-Sessellift und eine Tour fast identisch wie am ersten Tag keine Begeisterung regt, beschließen wir bis zur Mittelstation mit Ski aufzusteigen. Nach anderthalb Stunden sind wir dort. Weitere zwei Stunden sind wir durch endlose Gletscherbecken zum Pass (3349 m) unterwegs.

Die Abfahrt ist erst mit eher mäßiger Schneequalität gesegnet, im mittleren Bereich finden sich ein paar passable Hänge. Bald geht es im Talboden über diverse Lawinenkegel flach hinaus, bis uns mehrere Uniformen Halt gebieten - russische Grenzwache. Die Überprüfung unserer Personalien dauert 40 Minuten, die wir im Schneefall unter Bewachung mit Maschinenpistolen verbringen dürfen. Kurz nach vier sind wir wieder an der Seilbahnstation, um uns dem wohlverdienten Bier bzw. auch Schaschlik zu widmen.

Donnerstag, 04. Mai

Fahrt Azau - Pjatigorsk

Wie geplant um zehn Uhr bringt uns ein Kleinbus von Azau nach Pjatigorsk; die dreistündige Fahrt über regnet es fast ständig. In Pjatigorsk sind wir im Hotel "Intourist" am Lenin-Platz untergebracht. Tatsächlich wacht hier noch eine riesige Lenin-Statue über den Park.

Auf dem Markt wollen ständig irgendwelche - sich höchst wichtig vorkommende - Milizionäre unsere Pässe kontrollieren. Solch einen Kontrollwahn haben wir bis jetzt noch nirgends erlebt. Außer der Statue hat Pjatigorsk keine wesentlichen Sehenswürdigkeiten zu bieten, sieht man von der Straßenbahn ab, die in westlichen Ländern eher im Museum zu finden wäre als auf der Straße.

Abendessen im Hotel mit Verleihung der Elbrus-Besteigungsurkunden. Das Hotelrestaurant hat immer noch den "Charme" vergangener sozialistischer Zeiten.

Lenin wacht - über ein Reich, das längst nicht mehr seins ist
Lenin wacht - über ein Reich, das längst nicht mehr seins ist

Freitag, 05. Mai

Fahrt Pjatigorsk - Mineralnye Vody, Flug nach München

Um halb fünf ist die Nacht vorbei. Ein kurzes Frühstück, um sechs Uhr sind wir am Flughafen von Mineralnye Vody. Nach diversen Sicherheits-, Ticket- und Passkontrollen besteigen wir den anscheinend einzigen internationalen Flug, den die hiesige Fluggesellschaft durchführt: Dreieinviertel Stunden nach München. Dort empfängt und warmes und sonniges Wetter. Im deutlich südlicher gelegenen Pjatigorsk war es mit Abstand nicht so warm gewesen.

Der Elbrus vom Flugzeug aus gesehen
Der Elbrus vom Flugzeug aus gesehen
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Hartmut Bielefeldt
Sonnhalde 8
D-88699 Frickingen
© 2006 Hartmut Bielefeldt
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Letzte Änderung am 14. Mai 2006 durch Hartmut Bielefeldt