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Kurzzusammenfassung - Berge
Kilimanjaro (Uhuru Peak, Kibo)5896 m

Kilimanjaro 2004

Aufstieg über Nalemoru-Route, Abstieg über Marangu-Route (Normalweg)
02.-11. Januar 2004

Claudia Bäumler, Hartmut Bielefeldt, Klaus Profanter
Verfasser dieses Berichts: Hartmut Bielefeldt

Freitag, 02. Januar / Samstag, 03. Januar

Flug München - Dubai - Nairobi
Fahrt von Nairobi nach Loitokitok

Der Flug nach Dubai ist einer der letzten, die abends den Flughafen München verlassen. Den dritten Teilnehmer der Reisegruppe, Klaus, einen fitten und netten Österreicher, haben wir auch schnell identifiziert. Sechs Stunden Flug bis Dubai, dann nochmal fünf Stunden bis Nairobi, wo wir mittags ankommen - ziemlich müde, denn wie immer schläft es sich im Flugzeug eben nicht wirklich gut. Auch unser Fluggepäck ist vollständig, und gleich am Ausgang werden wir von einem Kenianer empfangen, der sich als Jimmy vorstellt.

Fünf Stunden fährt Jimmy uns nun durch Kenia, erst auf einer einigermaßen guten Teerstraße mit fürchterlich viel Verkehr, besonders sehr sehr langsamen Lastwagen. Später wird die Straße abenteuerlicher, der Verkehr dagegen vernachlässigbar. Die Landschaft ändert sich: Rote Erde, Termitenburgen, weit ausladende Schirmakazien, dazwischen Hirten mit Schaf- oder Ziegenherden. Auch das eine oder andere Zebra kreuzt die Straße. So stellt man sich Afrika vor.

Unterwegs in Kenia
Unterwegs in Kenia

Bei unserer Ankunft in der Lodge in Loitokitok (gesprochen: Loitok-tok) gießt es in Strömen. Das ist aber nur ein kurzer tropischer Schauer; später ist es wieder trocken.

Sonntag, 04. Januar

Amboseli-Nationalpark

Obwohl gestern ein anstrengender Tag war, entscheiden wir uns für den Safaritag im Amboseli-Nationalpark. Das war ganz sicher die richtige Wahl, auch wenn sich der Kilimanjaro den ganzen Tag in den Wolken versteckt. Die Anzahl und Vielfalt an großen Tieren ist überwältigend: Zebras, Marabus, Impalas, Giraffen, Gnus, Büffel, Thomson-Gazellen, Hyänen, Elefanten, Strauße und Geier lassen sich durch die Menschen nicht aus der Ruhe bringen und grasen oder sitzen unbeeindruckt neben der Straße. Nur die Flusspferde und die Löwen halten einen großen Abstand, so dass man sie nur mit dem Fernglas erkennen kann, und auch die Warzenschwein-Familie sucht flink das Weite.





Auf der Rückfahrt zur Lodge am Abend können wir doch noch einen Blick auf den Kilimanjaro erhaschen, die Wolken lösen sich auf.

Montag, 05. Januar

Nalemoru (1980 m) - Simba Camp (2600 m)

Unser Fahrer Jimmy erledigt morgens die kenianischen Ausreiseformalitäten, denn unsere Lodge liegt schon im "Niemandsland" knapp hinter dem Grenzposten. Danach fahren wir eine Dreiviertelstunde zum tansanischen Grenzposten und weiter zum Nalemoru Gate des Nationalparks auf 1980 m. Hier treffen wir die Mannschaft für die Bergbesteigung: Führer, Assistent, Koch und fünf Träger. Mit Führer und Assistent wandern wir gemütlich bergwärts. Bei dem sonnigen Wetter wird es recht warm, aber nach einer Stunde beginnt es leicht zu regnen, und die Temperatur ist angenehm. Zwischendurch kommt immer wieder die Sonne durch. Bis 2200 m geht es durch Mais- und Kartoffelfelder. Die anschließende Regenwaldzone ist auch mit "pole,pole"-Marschtempo1 in einer Stunde durchquert. Durch hohes Buschwerk steigen wir bis zum Simba Camp auf 2600 m. Die Tagesetappe war nur 3 1/2 Stunden lang, und auch diese Zeit konnte wir nur erreichen, indem unser Guide Emanuel uns immer wieder zum Rasten anhält. Besonders auf dieser niedrigen Höhe ist das vielleicht ein wenig übertrieben langsam.

Nach einem heftigen Mittagsregen unternehmen wir einen kurzen Ausflug 250 Höhenmeter weiter, aber der Gipfel zeigt sich nicht ganz. Auf dem Rückweg erwischt uns wieder ein heftiger Regenschauer, so dass wir schnell zum Lager zurücksprinten; der Rest des Nachmittags bleibt durchwachsen.

Dienstag, 06. Januar

Simba Camp (2600 m) - Dritte Höhle (3900 m)

Heute erwartet uns eine lange Etappe Extrem-Pausing mit Emanuel. Spätestens nach jeweils einer Stunde Gehzeit ist Pause angesagt.

Der Weg ist weiterhin gut, aber relativ flach. Das Gebüsch wird langsam kleiner und öffnet sich etwas. Nach der Mittagspause an der zweiten Höhle geht es durch eine Ebene. Die dritte Höhle, wo auf 3900 m unser Lagerplatz liegt, befindet sich am Rand einer kleinen Geländestufe, die von einem alten Lavastrom gebildet wird. Alle Höhlen hier am Kilimanjaro dürften als Einbuchtung unter solchen Lavateppichen entstanden sein.

Heute ist es sehr schön, den ganzen Tag laufen wir in der Sonne. Entsprechend warm ist es auch. Mit den üblichen häufigen und ausgiebigen Pausen sind wir nach 7 Stunden am Lagerplatz - reine Gehzeit allerdings nur vier Stunden.

Auf dem Weg zur dritten Höhle
Auf dem Weg zur dritten Höhle
Abend im Lager mit Blick zum Kibo
Abend im Lager mit Blick zum Kibo

Bei der französischen Gruppe, die parallel zu uns aufsteigt, ist heute abend ein Problem aufgetaucht: Der Älteste hat bei einer der ersten Pausen heute seine Geldbörse mit Reisepass und Flugticket liegen lassen; Kopien hat er keine dabei. Die Träger sprinten zum Suchen talwärts, und nach zweieinhalb Stunden sind sie wieder da - mit der Geldbörse.

Mittwoch, 07. Januar

Dritte Höhle (3900 m) - School Hut (4700 m)

Nachts hatte es zweimal kurz geregnet, aber am Morgen sind Wolken nur weit draußen unter uns, über der Ebene, zu sehen. Wieder ein schöner, sonniger Tag. Morgens ist es noch etwas frisch, aber tagsüber können wir gut im T-Shirt gehen.

Der Weg führt durch Lavaschutt und flache Mulden; die Vegetation wird bald sehr spärlich. Wenigstens steilt sich der Weg nun langsam etwas auf, und man merkt das Höherkommen am Mawenzi und dem Kibosattel, der sich langsam unter uns ausbreitet.

Nach drei Stunden sind wir an der School Hut auf 4700 m. Hier wächst gar nichts mehr, in schattigen Ecken kann man kleine Schneereste finden. Auch Wasser gibt es hier oben keines mehr, unsere Mannschaft hat alles notwendige Wasser von der dritten Höhle hochgetragen.

Nach dem Mittagessen unternehmen wir einen Ausflug zur Kibo Hut - eigentlich um dort ein paar Getränke für den morgigen Gipfelaufstieg zu kaufen. Da die Nationalparkbehörde aber mittlerweile beschlossen hat, dass im Park nichts mehr verkauft werden darf, gibt es leider nichts. Da wird die "Coca-Cola-Route" (der Normalweg über die Kibo Hut) wohl bald ihren Namen verlieren.

Im Gegensatz zu den vorangegangenen Nächten, wo wir im Zelt geschlafen haben, verbringen wir die wenigen Stunden bis zum nächtlichen Aufbruch im Matratzenlager der School Hut.

Donnerstag, 08. Januar

School Hut (4700 m) - Gillman's Point (5681 m) - Uhuru Peak (5896 m) - Kibo Hut (4700 m) - Horombo Huts (3730 m)

Kurz vor halb eins in der Nacht brechen wir drei mit Guide Emanuel und Koch Arcard von der School Hut auf (der Assistant musste im Tal eine andere Gruppe übernehmen, so dass der Koch kurzfristig einspringen musste). Es ist eine klare, nicht allzu kalte Vollmondnacht; draußen über der Ebene liegen Wolken auf etwa 3000 Metern. Im Mondlicht können wir ohne Lampe gehen und die einzigartige Atmosphäre dieser Nacht genießen. Nur die Franzosen und wir sind auf dieser Route unterwegs; der Weg steigt durch Schuttfelder nach links auf.

Nach knapp zwei Stunden treffen wir auf die Hauptroute, und mit der Einsamkeit und Beschaulichkeit ist es vorbei. Eine Völkerwanderung zieht sich die endlosen Zickzackkehren zum Gillman's Point hoch. Wir kommen dennoch gut voran und sind um fünf Uhr am Gillman's Point (5681 m). Von hier zum eigentlichen Gipfel muss man mehr oder weniger am Kraterrand entlang queren, aber auch hier ist der Weg einfach und nicht zu verfehlen. Mittlerweile ist es aber allen ziemlich kalt geworden; zwar sind es "nur" -11°C, aber der Wind, die Höhe, die Müdigkeit und die schlechte Akklimatisation verstärken das Kältegefühl.

Endlich geht um halb sieben die Sonne auf und macht die Kälte erträglicher. Um viertel vor sieben sind wir am Uhuru Peak, wo unübersehbar das berühmte Schild steht. Wir bleiben nicht allzu lange, denn außer dem Mount Meru wird die Fernsicht von der Wolkendecke unter uns geschluckt. Also belassen wir es bei ein paar Gipfel- bzw. Schild-Fotos. Die einmaligen Terrassengletscher des Kilimanjaro kann man auf der Strecke zurück zum Gillman's Point gut bewundern.

Der Kersten Glacier, kurz vorm Uhuru Peak
Der Kersten Glacier, kurz vorm Uhuru Peak
Uhuru Peak, 5895 m
Uhuru Peak, 5895 m
Blick vom Stella Point zu Mawenzi und Kibo Hut
Blick vom Stella Point zu Mawenzi und Kibo Hut
Reste der unteren Eastern Icefields
Reste der unteren Eastern Icefields

Durch die Schuttfelder geht es runter deutlich schneller als rauf - kurz vor neun sind wir an der Kibo Hut und ruhen uns erst mal von einer langen Nacht aus. Es ist sonnig, und auf der Terrasse kann man vor Hitze kaum schlafen.

Auf dem weiteren Abstieg erwarten uns die Wolken schon im Kibosattel, aber bis Horombo nieselt es nur leicht. Nach zwei Stunden sitzen wir bei den Horombo-Hütten (3730 m) im Zelt im Nebel bei teilweise recht heftigem Regen.

Freitag, 09. Januar

Horombo Huts (3730 m) - Mandara Huts (2700 m) - Marangu Gate (1880 m)

Morgens ist es trocken und sogar etwas sonnig, so dass wir uns die bis zu fünf Meter hohen Senecien in der Umgebung ansehen können. Sehr eigenwillige Pflanzen.

Senecien bei den Horombo Huts
Senecien bei den Horombo Huts

Heute geht es bis zum Gate runter, 2000 Höhenmeter Abstieg. Die erste Etappe führt durch eine triste Landschaft, die über viele Kilometer von einem Waldbrand - verursacht durch weggeworfene Zigarettenkippen - verwüstet ist. Nur einzelne Lobelien stehen im verbrannten Gestrüpp.

Wie schon der gestrige Weg, ist auch heute eine lange Strecke zurückzulegen, weil die Route nicht direkt den Berg herunterführt, sondern lange am Hang quert, oft ohne jegliches Gefälle. Weiter unten wird die Vegetation dichter, die Mandara Huts (2700 m) liegen schon im Regenwald. Es sind aber noch acht Kilometer bis zum Marangu Gate. Kurz vor dem Gate begegnen wir einigen Affen, die im Geäst herumspringen. Nach viereinhalb Stunden verlassen wir den Nationalpark am Gate, bekommen unsere Besteigungsurkunden und verabschieden uns von der Mannschaft, die uns am Kilimanjaro wirklich erstklassig betreut hat. Natürlich nicht ohne einige Ausrüstungsgeschenke und ein angemessenes Trinkgeld.

Jimmy nimmt uns wieder in Empfang und fährt uns, nun im Regen, zum Aishi Machame Hotel. Zuerst waren wir etwas erstaunt, dass wir nicht in Moshi ein Hotel angesteuert haben sondern erst weit dahinter auf eine kleine Straße nach Machame abgebogen sind. Das Hotel, das dort fast im "Nichts" plötzlich auftaucht, lässt aber keine Wünsche offen. Von solchem Komfort hätten wir am Berg nur träumen können: Swimmingpool und das eine oder andere Bier. Letzteres heißt "Kilimanjaro" und hat den hübschen Slogan "It's Kili time - time to kick back, relax and take it easy with your friends.". Daran wollen wir uns auch halten und relaxen am Pool, nachdem die erste Grundreinigung unter der Dusche absolviert ist.

Nachmittags ist es wieder sonnig, aber der Kili bleibt wolkenverhangen.

Unsere Begleitmannschaft
Unsere Begleitmannschaft
Kili time!
Kili time!

Samstag, 10. Januar

Fahrt nach Nairobi

Heute ist es bewölkt. Für die lange Fahrt nach Nairobi ist das vielleicht gar nicht so unpraktisch, dann wird es im Auto nicht so heiß. Nach dem Mittagessen in Arusha, wo eine üppige Vegetation wächst, fahren wir anderthalb Stunden lang durch dünn besiedeltes Grasland zur tanzanisch/kenianischen Grenze. Auch in Kenia ändert sich die Landschaft nur sehr allmählich, am Straßenrand sieht man einige Maasai-Hirten mit Ziegenherden. Ein ganz eigenartiges Phänomen sind allerdings die Esel, die eine Vorliebe für das Gras haben, das direkt am Rand des Straßenbelags wächst. Meist stehen sie beim Grasen mit dem Hinterteil auf der Straße, und durch herannahende Autos lassen sie sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. Stattdessen wird eher mit aller Zeit der Welt die Straße überquert, um am anderen Straßenrand vielleicht noch schöneres Gras zu finden. Dank Jimmys vorausschauender Fahrweise kommt es zu keinen wirklichen Konfrontationen.

Abendessen gibt es im "Carnivore"-Restaurant in Nairobi. Wie der Name schon andeutet, gibt es hier die verschiedensten Fleischsorten bis zum Abwinken - erst wenn man das Fähnchen am Tisch umlegt, wird nichts mehr nachgelegt. Unter den exotischeren Tieren finden sich Zebra (ist vom Fleisch eher Zäh-bra), Antilope und Krokodil.

Danach geht es direkt zum Flughafen auf den langen Flug nach Hause, wo wir am Sonntagnachmittag ankommen - zurück in einen kalten und nassen deutschen Winter. Das war ein eher kurzer Urlaub, aber wir haben eine einzigartige Landschaft und großartige Menschen kennengelernt.

Fußnoten
1 "pole,pole" heißt auf Suaheli "langsam, langsam".
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Hartmut Bielefeldt
Sonnhalde 8
D-88699 Frickingen
© 2004 Hartmut Bielefeldt
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Letzte Änderung am Samstag, 24. April 2004 durch Hartmut Bielefeldt