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Marathon ohne Lauftraining?Wenn das Wetter oder die Jahreszeit für Aktivitäten in den Bergen weniger geeignet ist, kann man sich den einen oder anderen Lauf gönnen. Nicht als Hauptzweck oder gar Berufung, sondern einfach nur mal so. Da ich eine ausgeprägte Abneigung gegen das Im-Kreis-Herumlaufen in flachem Gelände habe, gehe ich nur ganz selten vielleicht mal Joggen.Für einen Halbmarathon muss dann eben die Grundkondition genügen, die man von häufigen Bergtouren mitbringt. Damit erreicht man keine Zeiten, dass man bis zur Siegerehrung da bleiben müsste. Aber ich bin mit den Ergebnissen zufrieden - besonders wenn man den Trainingsaufwand berücksichtigt. Es ist ja nicht so, dass ich gar nichts trainieren würde. Bevor ich mich an einen Marathon heranwage, habe ich in den Monaten vorher schon ein paar Halbmarathons gemacht. Natürlich ist es ein Erfolg, wenn man an der persönlichen Bestzeit drehen kann. Mehr Trainingsaufwand will ich in die Lauferei aber gar nicht stecken. Meine Priorität liegt eindeutig beim Bergsteigen. Hier also das Ergebnis des konsequenten Trainingsverzichts:Marathon-Zeiten Hartmut (Im Gegensatz dazu trainiert Claudia regelmäßig, ihre Zeiten stehen in einer anderen Tabelle)
Farben kennzeichnen Zeiten für Marathon, Halbmarathon, 100km, Sonstige. Bisherige persönliche Bestzeiten sind fett gedruckt: Marathon, Halbmarathon, 100km. Absolvierte Läufe insgesamt : 12 unter Halbmarathon 46 Halbmarathon bis unter Marathon 18 Marathon 6 über Marathon * Rangliste nicht vergleichbar: Platzierung ergibt sich daraus, wer am meisten Kilometer innerhalb einer vorgegebenen Zeit zurücklegt. ** Es zählt die Gesamtzahl der Runden des Teams, wird aber abwechselnd gelaufen. So hat bei einem Zweierteam jeder ca. 50% Pause; durch die Erholungszeit ist der Kilometerschnitt natürlich besser als bei Streckenläufen. Die angegebene Strecke ist die Summe des Teams. Die Grafiken sind farbig, wenn M/W getrennt gewertet wurden; sonst sind sie grau. Ein paar Geschichten zum einen oder anderen LaufDrei-Länder-Marathon 2002Meine erfrorenen Zehen vom Mount Everest haben sich mit der Heilung relativ viel Zeit gelassen. Noch im Oktober musste ich die Zehen trocken halten und täglich frisch verbinden. Daher war ich auch fast ausschließlich mit Sandalen unterwegs. Claudia hatte sich zum Marathon vorangemeldet, und deshalb holten wir am ersten Oktobersamstag in Lindau die Startunterlagen ab. Und tatsächlich fand ich an einem der kleinen Messestände dort Laufschuhe, die auch mit den verbundenen Füßen bequem waren. Da nun die Sandalenzeit vorbei war, habe ich mich sofort spontan zum Halbmarathon am nächsten Tag angemeldet.Das Wetter am Sonntag war scheußlich, es regnete die ganze Strecke. Als ich im Ziel ankam und nach einigen Mühen meinen Kleidersack wieder erbeutet hatte, stellte ich fest, dass ich mein Verbandsmaterial vergessen hatte. Den total durchnässten Verband musste ich aber schleunigst wechseln, und so ging ich zu den Sanis, um einige Stückchen Verband zu schnorren. Die Sanitäter ließen es sich aber nicht nehmen, die Wunde selbst zu verbinden. Nach anfänglichem Staunen waren sie dann doch beruhigt, dass ich ihnen versichern konnte, dass ich mir die Wunde nicht gerade beim Lauf geholt hatte. Zürich 2003Claudia hat für den Zürich-Marathon kurzfristig eine Startnummer (von jemand, der krankheitsbedingt seine Nummer abgeben musste) bekommen. Zur Umschreibung der Nummer fuhren wir am Tag vor dem Lauf nach Zürich. Ich hatte sowieso nichts trainiert, und Nachmeldungen gibt es in Zürich nicht. Aus Spaß lasse ich mich auf die Wette ein: Wenn am Meldeschalter jemand steht und mir eine Startnummer schenkt, dann laufe ich trotzdem mit.Als Claudia ihre Umschreibung erledigt hat, unterhalten sich die die beiden Helfer am Schalter über eine Startnummer, die in der Ecke liegt: Die hat jemand dagelassen, der wegen Verletzung nicht starten kann. Er gibt sie kostenlos ab unter der Bedingung, dass der Empfänger den Lauf ernsthaft angeht. So konnte oder musste ich in Zürich kostenlos starten. Ich habe meine Bestzeit um 12 1/2 Minuten verbessert. Wenn das nicht ernsthaft ist? Mainz 2003Endlich unter 4 1/2 Stunden: In Mainz ist es mir das erste Mal gelungen, bis zum letzten Kilometer ohne Gehpausen zu laufen. Das Ergebnis ist eine Verbesserung um knappe zwei Minuten. Nicht viel, wenn man bedenkt, dass ich in Zürich von km 33 bis km 41 das Meiste gegangen bin und nur am Ende (damit das Bild an der Zielline etwas dynamischer aussieht) wieder gelaufen bin.Biel 2003Irgendwann muss man es mal ausprobieren. Schließlich weiß ich, dass ich über 50 km an einem Tag wandern kann, und die Zahl 100 hat schon etwas Unwiderstehliches. Der Freitag war ein heißer, sonniger Tag. Beim Start um 22 Uhr sind immer noch mindestens 25°. Wir laufen in die Dunkelheit; nach zwei Stunden ist Aarberg erreicht. Der Marktplatz ist voller Menschen, am Eingang zur hübschen überdachten Brücke steht ein kleiner Chor, der aufmunternd "Hopp, Hopp" singt. Danach kommen die ersten Steigungen, es wird ruhiger. Aber in allen Dörfern, durch die man kommt, stehen mitten in der Nacht Leute am Straßenrand und applaudieren - oder sie genießen die lange, laue Sommernacht mit dem einen oder anderen Bierchen auf den Bänken vor dem Gasthaus. Bei Kilometer 30 ist es mit dem Laufen vorbei, das wird mir zu anstrengend. Vielleicht ist die Hitze schuld, es kühlt gar nicht richtig ab. Unter 18° wird es die ganze Nacht nicht geben. Den Rest der Strecke lege ich in zügigem Wandertempo zurück. Wenigstens ist es anfangs noch einigermaßen zügig. Zwischenzeit Oberramsern (km 38.6) 4:51. Kurz vor drei Uhr. Für die zwanzig Kilometer nach Kirchberg brauche ich ziemlich genau drei Stunden. Kilometer 58, das ist ein bisschen mehr als die Hälfte, und es ist schon lange hell. Das wird eine Qual werden. Wenn am Verpflegungsstand der Bus für den Rücktransport steht, gebe ich vielleicht besser auf. Keinen Bus gesehen, also weitergegangen. Der Ho-Chi-Minh-Pfad ist ein schmaler Weg auf dem Damm entlang der Emme, durch den Uferwald, mit hübschen Steinchen, auf denen man sich den Fuß verknacksen kann. Zum Glück kommen Sportler meiner Leistungsklasse hier nicht in die Gefahr, sich in der Dunkelheit zu verletzen. Es ist jetzt halb sieben Uhr morgens. Ab km 70 verlässt die Strecke das Tal und steigt ganz langsam an. Zehn Kilometer durch Wiesen und Hügel, und es wird immer heißer. Die Veranstaltung sieht aus wie ein Krankenausflug. Jeder humpelt so gut es geht voran, und irgendwann endlich kommt man nach Gossliwil. Das berühmte Gossliwil bei Kilometer 82, der letzte Punkt für den ruhmlosen Ausstieg. Meine Zeit 12:03, aber jetzt wird nicht mehr gekniffen. Nicht mal mehr eine Halbmarathon-Distanz zum Ziel, das geht immer. Steil bergab nach Arch kann man sogar ein paar Meter richtig laufen. Die Zeit wird länger und länger. Man nimmt die Verpflegungsstellen ganz anders wahr als beim Marathon. Nicht einfach einen Becher schnappen, ein glitschiges Stück Banane zwischen die Finger nehmen und weiter. Hier ist jeder Verpflegungsstand ein Ereignis. Ein Becher Wasser, ein Becher Iso, ein Becher Wasser, etwas essen, hinsetzen, ausruhen. Dann noch einen Becher Cola, einen Becher Iso. Nochmal hinsetzen, noch einen Becher Wasser, und dann kann man an den Weiterweg denken. Die Ebene von Arch nach Pieterlen ist gnadenlos, kein Schatten und immer wieder sinnloser Zickzack durch die Felder. Die Sonne lässt das letzte Bisschen Gehirn kochen. Endlich geht es bei Pieterlen auf die andere Seite der Bahnlinie, an den Waldrand. Kilometer 95. Jetzt ist jeder Kilometer beschildert, vorher war es nur jeder Fünfte. Von hinten kommen die Rentner. Ein walkendes Altherren-Kommando zieht, gut gelaunt, an mir vorbei. Nicht dass ich den Humor verloren hätte, aber es frustriert ein bisschen, dass die Kilometer hier soooo lang sind. Ab km 99 wird man umfassend informiert: Alle 200 Meter ein Schild. Das Ziel ist schon zu hören. Bei 99.7 ziehe ich mein Tempo wieder an: Wenigstens über die Ziellinie muss ich laufen, nicht gehen. Zielzeit 16 Stunden, 16 Minuten. Immerhin geschafft, aber mit dem Verbrauch brauche ich mich auf keiner Automesse sehen zu lassen: Über 10 Liter Getränkeverbrauch auf 100 Kilometer. ![]() nach 16 Stunden im Ziel Drei-Länder-Marathon 2003Auch bei der dritten Auflage des Drei-Länder-Marathons haben wir uns lange im Voraus angemeldet. Es ist ja fast Ehrensache, dass man mitläuft, wenn in der eigenen Gegend - direkt vor den Bergen, in denen man den Rest der Freizeit herumspringt - ein Marathon stattfindet. Außerdem kann das Wetter ja gar nicht schlimmer werden als letztes Jahr.Und doch, es konnte. Diesmal hat es nicht nur die gesamte Zeit wie aus Kübeln geschüttet, es war auch noch windig und saukalt. Hinter St. Margrethen sah man nur zweihundert Meter höher den ersten Schnee liegen. Unter solchen Bedingungen kann man jeden Gedanken auf eine gute Zielzeit vergessen. Einfach weiterlaufen. Mit 4:34 war das Ergebnis wie erwartet nicht gerade eine Steigerung, aber immerhin nur sechs Minuten von meiner persönlichen Bestzeit entfernt. Biel 2004Claudia kam im letzten Jahr mit dem warmen Wetter in Biel nicht so gut zurecht, und so hat sie in Oberramsern abgebrochen. So ist sie nun dieses Jahr die ganze Strecke gelaufen, und ich habe sie auf dem Fahrrad begleitet. Das Wetter war ziemlich mittelmäßig, besonders um km 50 herum hat es gnadenlos geschüttet. Das hat Claudia aber weniger beeindruckt als ihren durch wassergefüllte Feldwege schlingernden Velo-Coach. Von km 0 bis 82, und dann wieder von 95 bis 100 alles gelaufen - nur 13 km gegangen. 13:24 für 100 Kilometer, das werde ich so bald wohl nicht unterbieten können.Biel 2006Die "100" hat ihren eigenen Reiz, und so stellen wir uns auch 2006 der Herausforderung - diesmal im größeren Team. Außer Claudia und mir läuft auch mein Arbeitskollege Thomas, und wir werden von unserem Kollegen Sigi per Fahrrad betreut. Ich versuche eine andere Taktik, diesmal bis Aarberg zu laufen und danach die gesamte Strecke so zügig wie möglich zu gehen. Im Ergebnis ändert sich allerdings fast nichts: 16:25 bis zum Ziel. Claudia und Thomas kommen nach etwa 12:45 ins Ziel. Für Thomas, der seine Laufkarriere erst vor einem Jahr begonnen hat, eine tolle Leistung, auf die er zu Recht stolz sein kann.
Biel 2007In fast gleicher Besetzung fahren wir nach Biel: Claudia, Hartmut, Thomas. Da er seinem Training nicht ganz zutraut, die Zeit vom letzten Jahr zu verbessern, entscheidet sich Thomas kurzfristig uns als Fahrradcoach zu unterstützen. Die Nacht ist eher frisch, der Tag dagegen wieder warm - wenn man die Kleidung wechseln muss, ist ein Fahrradbegleiter viel wert. In Kirchberg bei km 56 komme ich mit exakt (!) der gleichen Zeit an wie die beiden Male vorher (7:49), obwohl ich wiederum meine Taktik geändert habe. Im weiteren Verlauf wird es aber deutlich mühsamer, so steige ich in Bibern diesmal aus. Für eine Verbesserung hätte es nicht gelangt. Claudia erreicht das Ziel nach 12:20, verbessert sich also wiederum um fast eine halbe Stunde.Essen 2008Das Ruhrgebiet ist - vom Bodensee aus betrachtet - ganz schön weit weg. Wir sind an diese Gelegenheit tatsächlich nur gekommen, weil mein Brötchengeber seinen Hauptsitz in Essen hat und einige Leute dort auf den guten Einfall gekommen waren, die Laufveranstaltungen auch als standortverbindenden Event zu sehen und Kollegen aus Essen und vom Bodensee gemeinsam ins Rennen zu schicken.Für uns ist der Marathon Dortmund-Essen eine gute Gelegenheit, zu Fuß einen Eindruck vom Ruhrgebiet zu gewinnen. Meine Zeit ist auch nicht allzu schlecht, 4:23. Für eine persönliche Bestzeit hätte ich wohl einfach weniger Zeit auf dem Örtchen zubringen müssen, aber das hat man halt nicht im Griff. Interessant war der Lauf dennoch auf jeden Fall. Dornbirn 2008Eigentlich wollten wir am Samstag gerne einen Halbmarathon in unserer Umgebung laufen, hatten uns aber - so kurz nach dem Marathon in Essen - nicht vorangemeldet. Man weiß ja nicht, ob man eine Woche nach dem Marathon die 21 Kilometer in Würde laufen kann, da meldet man lieber je nach aktueller Verfassung nach. Nun sehen wir auf der Webseite des Laufs nach Ablauf der Vormeldefrist, dass Nachmeldungen nicht vorgesehen sind. Das hätte man ja auch vorher dort hinschreiben können, dann hätte man sich vielleicht auf Verdacht hin angemeldet. Also, Plan B.In Dornbirn finden wir eine andere Veranstaltung am gleichen Wochenende. Allerdings klingt es äußerst stupide, ein 12-Stunden-Lauf auf einer Runde vom einem Kilometer durchs Messegelände, Start um 22 Uhr. Bevor wir gar nichts machen, schauen wir uns das einfach mal an. Die Lauferei war durchaus nicht so öde wie befürchtet. Einerseits laufen viele Staffelläufer, so dass die Strecke nicht zu leer ist; andererseits hat die Rundenstruktur den Vorteil, dass man auch seine eigene Verpflegungsstelle sein kann: ein Klapptisch in der Messehalle dient uns als Anlaufstation, und man kann sich die Zeit frei einteilen. Außerdem gibt es auf einem großen Display die aktuellen Rundenzahlen im Überblick, so weiß man wo man steht. Mit Rücksicht auf Biel in drei Wochen teste ich nur 60 Kilometer. Einige Einzelläufer kommen teils weit über 100 Kilometer, da würde ich sowieso nie herankommen. Bei den Damen ist Claudias Position besser, sie erreicht mit 94 Kilometern den ersten Platz von acht Teilnehmerinnen. Das Ganze ist sicher nicht mit einem Landschaftslauf wie Biel vergleichbar, hat aber auch seinen Reiz. Biel 2008Diesmal ist Kollege Sigi wieder als Fahrradbegleiter dabei. Das Training von Dornbirn hat sich gelohnt, ich kann einen großen Teil der Strecke bis Kirchberg zügig laufen. Diesmal ist die Zwischenzeit dort nicht 7:49, sondern 7:15. Danach wird es wie immer zäh. Nach dem "Ho-Chi-Minh-Pfad" muss ich Sigi übersehen haben, wandere also ohne ihn nach Bibern, Arch, Büren. Bei km 95 taucht er wieder auf, war wohl in der zweiten Reihe gestanden und hatte kurz nicht aufgepasst... Für mich hieß das ein paar Stunden ohne Begleiter, für ihn allerdings etliche Zusatz-Kilometer auf der Suche nach mir. Nach 14:35 Stunden bin ich im Ziel. Immerhin, um 1:40 Stunden verbessert - das werde ich wohl kaum irgendwo mehr schaffen.Bodensee-Halbmarathon Kressbronn 2009Unser erster Halbmarathon zu dritt. Für Claudia ist es der erste nach der Schwangerschaft. Nina - jetzt schon vier Monate alt - fährt mit mir im Kinderwagen mit. Sie verschläft die Hälfte der Strecke; auf dem Rückweg Argen-abwärts sind allerdings ein paar Stopps zum Wieder-Beschnullern, Mütze zurechtrücken und Sonnenschutz neu Befestigen nötig. Trotzdem ist das Ergebnis in Ordnung: 2:07 h, ich war auch schon ohne Kinderwagen schlechter.
Freiburg Halbmarathon 2010Auch in Freiburg starte ich mit Kinderwagen, natürlich ganz am Ende des Startfeldes. Da es hier durch die Chipmessung eine Nettozeit gibt, fällt die Zeit bis zur Startlinie sowieso nicht ins Gewicht. Das Wetter könnte besser sein, beim Start beginnt es zu regnen. Auch wenn die Straßen nicht allzu eng sind, sind 4500 Läufer eine andere Dimension als die überschaubaren 700 von Kressbronn. Da muss man mit dem Babyjogger sehr vorsichtig sein, um niemanden zu behindern. Dadurch muss ich diesmal bis zur Wende bei km 11.5 eher bremsen als das eigene Tempo zu laufen. Auf dem Rückweg lockert sich das Feld dann auf, und wir können ein wenig überholen. Trotzdem kommen wir mit 2:01:27 in einer ganz anständigen Zeit an. Das heißt, unter zwei Stunden müsste auch mit Kinderwagen machbar sein.Würzburg Marathon 2010Für die Zeit eines Laufs in Pflege geben können wir die Kleine immer noch etwas schlecht, sie fremdelt noch sehr. Andererseits möchten wir natürlich beide gerne laufen. Ob man auch den Marathon mit Kinderwagen laufen kann? Um das auszuprobieren, ist der Würzburg-Marathon eine ideale Veranstaltung: Es sind nicht ganz so viele Läufer wie in Freiburg (2000 beim Halbmarathon und 1000 beim Marathon), und falls man den Marathon nicht beenden kann, wird die erste Hälfte automatisch als Halbmarathon gewertet. So steht man nicht ganz ohne Ergebnis da, falls Nina auf der zweiten Hälfte keine Lust mehr hat im Wagen zu sitzen.Wiederum starten wir ganz hinten, vor den Walkern. Tatsächlich ist nur der erste Kilometer etwas eng, danach kommt man überall problemlos aneinander vorbei. Abgesehen vom kalten Wind ist das Wetter zum Laufen recht gut, etwa 15° und teilweise sonnig. Nach knapp unter zwei Stunden passieren Nina und ich die Halbmarathon-Zeitnahme auf dem Weiterweg zur großen Runde. Auch wenn wir nicht ins Ziel kämen, hätten wir eine hübsche Halbmarathonzeit sicher. Nina schläft oder schaut sich die Gegend an. Bei km 26 muss ich kurz eine Milch-Verpflegungsstation einrichten, danach stört nur hin und wieder die Sonne, die direkt von vorne in den Wagen scheint. Nachdem das behoben ist, verschläft die Kleine tatsächlich den Großteil der restlichen 16 Kilometer. Die Kilometer fühlen sich länger und länger an, aber ich komme noch ungewohnt schnell vorwärts. Sonst kommt bei 30 bis spätestens 35 meist eine mehr oder weniger ausgeprägte Gehpause; diesmal werden nur die Beine beim Laufen etwas schwerer. Zielzeit 4:13:58, für mich neue Bestzeit. Trotz Kinderwagen. Nina wacht im Ziel wieder auf und ist guter Dinge. Nur abends einschlafen will sie heute nicht so recht, dafür war der "Mittagsschlaf" wohl zu lang. P.S. Auch hier hatten wir den Kinderwagen schon im Vorfeld geklärt.
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