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Tenerife 2010: Wanderungen
... diesmal mit der kleinen Nina

29. Januar - 12. Februar 2010

Kurzzusammenfassung - Touren
Tourmax. HöheStreckeHöhenmeter
Mont. Guaza428 m16 km479
Mont. Brezos1108 m8 km506
Mont. Samara2122 m6 km332
Sombr. Chasna2485 m7 km529
Pico Viejo3135 m16 km1225
Roque Imoque1108 m2 km215
Barranco de Masca620 m12 km720
Paisaje Lunar1973 m16 km478
Cruz de Gala1347 m7 km332
Guajara (Boca Tauce)2715 m26 km840

Bericht

Freitag, 29. Januar

In gut vier Stunden Flug ist das kalte und verschneite Deutschland erst mal vergessen, auf Teneriffa liegt die Temperatur bei angenehmen 20°C. Unsere Kleine schien der Flug nicht ernsthaft zu beunruhigen - eher war alles interessant und spannend und musste eingehend untersucht werden soweit möglich.

Gegen elf Uhr Ortszeit sind wir im Hotel. Außer einer Orientierung auf der Strandpromenade unternehmen wir nichts weiter, denn vom frühen Aufstehen (4 Uhr) sind wir etwas müde. Das Wetter ist teils sonnig, teils wolkig und etwas windig; wenn es Sonne hat, dann kann man es sehr gut im T-Shirt aushalten.

Samstag, 30. Januar

Montaña de Guaza (428 m)

Es ist wolkig mit etwas Sonne, wir machen nur eine kleine Wanderung auf die Montaña de Guaza (428 m). Das ist zwar bergsteigerisch nicht allzu sensationell und der Gipfel dank einer Fernseh-Sendeanlage wenig ursprünglich, bietet aber einen schönen Blick auf die geballten architektonischen Sünden der Touristen-Großstädte Playa de las Américas und Los Cristianos. Der Blick nach oben Richtung Inselmitte ist auf etwa 1800 m durch eine Wolkenschicht begrenzt.

Am Strand von Los Cristianos: Hinten die Montaña de Guaza
Am Strand von Los Cristianos:
Hinten die Montaña de Guaza


Los Cristianos (links) und Las Américas (rechts): Von oben siehts auch nicht besser aus
Los Cristianos (links) und Las Américas (rechts):
Von oben sieht's auch nicht schöner aus


Sonntag, 31. Januar

Da sogar unser gestriger Hügel heute in den Wolken steckt und es morgens kräftig regnet, ist das Programm noch übersichtlicher: eine Jogging-Runde von Playa de las Américas über Los Cristianos zur Playa de Fañabé und zurück, 14 km. Mit Kinderwagen und dank einiger Treppenstufen ergibt sich auf der Promenade kein Rekordtempo.

Montag, 1. Februar

Das Wetter ist wie gestern, und die Promenade kennen wir jetzt ja schon. Claudia dreht einige Joggingrunden auf der Tartanbahn im Stadion, aber ich würde mit Kinderwagen da ziemlich unprofessionell aussehen und lasse das lieber. Abgesehen davon Ruhetag; nachmittags starker Gewitterregen.

Dienstag, 2. Februar

Immer noch Regenwetter. Eigentlich wollten wir per Bus nach Arona und wenigstens auf den Conde wandern, aber der steckt tief in den Wolken - also bleiben wir "in der Stadt". Bei einem kurzen Spaziergang zur Montaña Chayofita (der kleine Hügel, der Las Américas und Los Cristianos trennt) erwischt uns ein gewaltiger Regenschauer. Total durchnässt arbeiten wir uns etappenweise zum Hotel zurück; Rest des Tages Ruhetag, Klamotten und Kind trocknen.

Mittwoch, 3. Februar

Montaña de los Brezos (1108 m)

Morgens sieht es in Las Américas endlich sonnig aus, man sieht vom Hotel aus einen frisch verschneiten Teide. Weiter oben in den Bergen haben aber bald schon die Wolken das Sagen, schon auf der bescheidenen Höhe von Arona (680 m). Von dort begehen wir eine nette, recht ruhige Wanderung in Richtung Roque Imoque, einem sehr auffälligen Felszahn, und Roque de los Brezos, einem angeblich hervorragenden Aussichtsgipfel. Mit der Aussicht vom Letzteren ist es gar nichts, es hat sich zugezogen. Da es bei der Rückkehr zum Dreschplatz im Sattel am Roque Imoque zu regnen beginnt, lassen wir den Felszahn aus (mit der Kindertrage wäre das sowieso nichts) und steigen Richtung Barranco del Rey und weiter nach Arona ab, im stärker werdenden Regen.

Roque Imoque und Barranco del Rey
Roque Imoque und Barranco del Rey

Montaña de los Brezos, Roque Imoque
Montaña de los Brezos, Roque Imoque

Gipfel ohne Aussicht
Gipfel ohne Aussicht

Unten an der Küste ist es wieder sonnig und trocken, aber windig. Hoffentlich wird es irgenwann auch mal im Inneren der Insel Schönwetter.

Donnerstag, 4. Februar

Montaña Samara (1936 m) / Volcán de la Botija (2122 m)
Grat oberhalb des Sombrero de Chasna (2489 m)

Die Straße in die Cañadas scheint ab Boca Tauce gesperrt zu sein, aber das betrifft uns heute nicht. Eine nette kleine Wanderung am Monte Samara, einem der vielen kleinen Vulkanbuckel auf der Nordwestseite des Teide. Schwarzer Sand, ein paar knallig gelbgrüne neugewachsene Pinien; dazwischen findet man auch verkohltes Holz vom Vulkanausbruch, das mit Bimsstein verbunden ist.

Vom Botija sieht man zurück zum Samara. Hinter dem Gala unsere Nachbarinsel La Gomera.
Vom Botija sieht man zurück zum Samara.
Hinter dem Gala unsere Nachbarinsel La Gomera.


Pico del Teide
Pico del Teide


Da die 400 Höhenmeter doch etwas wenig sind, stoppen wir am Nachmittag auf dem Rückweg oberhalb von Vilaflor und machen uns auf den Weg zum Sombrero de Chasna. Der Weg führt zuerst auf den Cañadas-Hauptkamm, der sogar höher liegt als der Sombrero selbst; von dort müsste man durch eine breite Mulde absteigend queren, um auf den Sombrero zu kommen. Nichts für Eltern mit hungrigem und gelangweiltem Baby, bei 2420 m gibt es Futter und Krabbeln im Schotter. Ich mache eine kurze schnelle Exkursion am Hauptkamm bis 2490 m, der Kamm verläuft danach fast horizontal weiter, bis er sich am Pass vor dem Guajara wieder senkt. Die Gipfel an diesem Grat sind hier alles andere als ausgeprägt. Aber eine nette Aussicht auf den Teide und die Hochebene gibt es.

Freitag, 5. Februar

Pico Viejo (3135 m)

Morgens um halb zehn starten wir am Mirador de Chio (nördlich von Boca Tauce) auf dem Weg Nummer 9. Der markierte Wanderweg läuft aber nicht etwa gerade auf den Pico Viejo zu, sondern anderthalb Kilometer parallel zur Straße. Erst dann biegt er nach rechts ab; es geht durch ein grün bewachsenes Tal, später meist über Lavaschutt. An den Kratern des 1798er Ausbruchs finden wir einen guten Rastplatz, der für Nina windgeschützt genug ist. Claudia geht auf den Pico Sur, ist nach gut einer Stunde wieder zurück und löst mich ab beim Kind Hüten. Ich wähle den längeren Weg zum Pico Viejo, der weiter oben ziemlich schlecht zu finden ist. Es ist ein schöner Blick auf den nahen, schneebedeckten Teide geboten. Am Viejo liegt nur in den Ebenen ein wenig Schnee, was aber einen netten hochalpinen Eindruck macht. Immerhin ist er mit 3135 m der zweithöchste Berg der Kanaren. Tagsüber ist es schön warm, im Gipfelbereich aber windig. Am frühen Morgen war am Weg im unteren Bereich noch Eis zu sehen gewesen.

Der Pico Viejo hat einen eindrucksvollen Krater mit 800 Metern Durchmesser und 200 Metern Tiefe. Die Schotterebene des Pico Sur bricht mit einer großen senkrechten Wand zum Kraterinneren ab.

Zurück über den Pico Sur, der Abstiegsweg von dort ist sandig und geht schneller als die lange Querung durch die Geröllhänge unterhalb des Kraterrands. Kurz nach vier sind wir zurück am Parkplatz.

Hier ist der Weg noch kaum zu verfehlen
Hier ist der Weg noch kaum zu verfehlen

2700 m: der große Krater des 1798er Ausbruchs
2700 m: der große Krater des 1798er Ausbruchs

Nina hat es sich gemütlich gemacht
Nina hat es sich gemütlich gemacht


Oberhalb sieht man den Krater und drei Nachbarinseln.
Oberhalb sieht man den Krater und drei Nachbarinseln
(Hierro, La Gomera, La Palma).


Der Krater des Pico Viejo ist riesig. Links der Pico Sur.
Der Krater des Pico Viejo ist riesig. Links der Pico Sur.

Pico Viejo und Teide, vom Pico Sur gesehen
Pico Viejo und Teide, vom Pico Sur gesehen

Weiter unten ist es wieder gemütlicher.
Weiter unten ist es wieder gemütlicher.

Blick vom Mirador de Chio zum Pico Sur. Der 1798er Ausbruch ist klar zu erkennen. Hinten schaut der Teide hervor.
Blick vom Mirador de Chio zum Pico Sur.
Der 1798er Ausbruch ist klar zu erkennen.
Hinten schaut ganz knapp der Teide hervor.


Samstag, 6. Februar

Roque Imoque (1107 m), Montaña de los Brezos (1108 m)

Nach der langen Tour gestern könnten wir uns einen Ruhetag gönnen, aber ein bisschen was wollen wir dann doch unternehmen. Den Dreschplatz zwischen Roque Imoque und Roque de los Brezos kann man von Norden her viel kürzer erreichen: Eine kleine Straße von Ifonche führt bis auf fünf Minuten an ihn heran. Heute ist das Wetter besser als am letzten Mittwoch, es ist schon fast zu heiß. Vom Dreschplatz gehen wir bis zu einem guten Rastplatz auf 1070 m, von dem aus wir jeder einzeln den Roque Imoque besteigen können (einer muss sich ja ums Kind kümmern). Bei trockenem Fels ist der Gipfelaufbau eine nette (aber durchaus steile) Kletterei, die man noch gut ungesichert machen kann.

Den Roque de los Brezos besuchen wir nochmal, um zu sehen, welche Aussicht uns am Mittwoch entgangen war. Heute ist es zwar sonnig, aber so dunstig, dass man auch nicht allzu gut zum Meer hinunterschauen kann. Dann werden wir eben am Nachmittag das Meer direkt vom Strand aus anschauen und belassen es bei dieser Mini-Wanderung.

Roque Imoque
Roque Imoque

In Botanik sind wir schlecht - keine Ahnung was das ist
In Botanik sind wir schlecht - keine Ahnung was das ist

Die letzten Meter zum Gipfel sind etwas Kletterei.
Die letzten Meter zum Gipfel sind etwas Kletterei.

Nina übt Klettern im sicheren Gelände.
Nina übt Klettern im sicheren Gelände.

Sonntag, 7. Februar

Barranco de Masca

Um kurz vor neun sind wir das erste Auto auf dem Parkplatz von Masca, um den Barranco de Masca zu durchwandern. Bei dieser Bergtour kommt der Abstieg zuerst: es geht über 600 Höhenmeter durch die Schlucht hinunter ans Meer. Anfangs ist der Weg steil und teils etwas ausgesetzt, aber gut. Weiter unten wird der Wegverlauf oft schlecht erkennbar, die Route überquert den Bach immer wieder oder verläuft überhaupt vollständig im Bachbett. Das Schlechtwetter ist zwar schon vier Tage her, aber trotzdem ist der Wasserstand noch recht hoch. Die Steine am Rand, die offensichtlich als Tritte gedacht sind, liegen einige Zentimeter unter Wasser. Ein Steilstück ist direkt im Bachlauf zu überwinden; das Becken am unteren Ende ist fast knietief und nicht zu umgehen. Mit dem ständigen Gehopse von Stein zu Stein kommt man nicht sehr schnell voran, und zusätzlich muss man sich auch immer wieder Zeit nehmen, die spektakuläre Landschaft zu betrachten: Mehrere hundert Meter hohe Wände links und rechts, senkrecht oder teils sogar überhängend, und dazwischen der vielleicht zehn bis zwanzig Meter breite Talgrund. Nach jeder Biegung wird alles noch ein bisschen atemberaubender, bis sich das Ganze allmählich wieder weitet und wir schließlich nach 2:40 Stunden Abstieg den Strand erreichen. Das ist ein kurzes Stück steiniger Küste, das durch fünfhundert Meter hohe Wände beidseits begrenzt ist und von kräftigen Wellen überrollt wird - eine eindrucksvolle Szenerie.

Masca
Masca
















Am Meer machen wir eine längere Rast, besonders Nina ist froh über ein bisschen Bewegung. Das Wetter ist sonnig, aber etwas diesig. Während wir am Strand sitzen, erreicht uns langsam die Sonne, die vorher von den hohen Wänden abgehalten wurde.

Playa de Masca
Playa de Masca

Der Aufstieg verläuft trotzdem größtenteils auch noch angenehm im Schatten. Von unten erkennt man den Routenverlauf deutlich besser als von oben, und außerdem kennen wir die Spezialitäten der Route nun ja schon. Inzwischen kommen uns einige Wanderer von oben entgegen, auch größere geführte Gruppen, teils in Turnschuhen oder mit noch schlechterer Bereifung. Gegen Ende der Schlucht wird es zunehmend schwüler, und nun steigen wir auch mit kaum mehr Schatten auf. Nach zweieinhalb Stunden Aufstieg sind wir wieder am Ausgangspunkt. Das war ganz sicher eine der lohnendsten Touren in diesem Urlaub; abgesehen von der unglaublichen Szenerie dieser Schlucht war der Weg (einschließlich Routenfindung) interessant aber trotzdem noch gut machbar (auch mit der Kinderkraxe). Wann unsere durchweichten Schuhe wieder einsatzbereit sind, wird sich die nächsten Tage zeigen.

Wir machen uns auf den Rückweg.
Wir machen uns auf den Rückweg.




Montag, 8. Februar

Paisaje Lunar

Das Wetter scheint wieder schlechter zu werden. Gestern abend zogen schon einige Wolken in Las Américas auf, heute ist es hier recht bewölkt. Weiter oben bei Vilaflor scheint noch die Sonne über einem Wolkenmeer auf etwa 1200 Metern. Wir wandern zur "Mondlandschaft", der Paisaje Lunar. Das ist eine eher flache, einfache (turnschuhgeeignete ) Wanderung durch die Waldzone Teneriffas; die Mondlandschaft besteht aus weißen Sandsteintürmen, die von der Erosion geformt wurden. Gegen Mittag kommen die Wolken von unten hoch, und es wird ungemütlich nasskalt. Nach insgesamt 4 ½ Stunden sind wir zurück an der Straße bei Vilaflor. Auf der Rückfahrt regnet es um Arona herum (ähnlich wie letzten Mittwoch), weiter unten in Las Américas ist es wieder teils sonnig.

Der Berg mit der Felswand ist der Guajara.
Der Berg mit der Felswand ist der Guajara.

Paisaje Lunar
Paisaje Lunar

Dienstag, 9. Februar

Cruz de Gala (1345 m)

Das Inselzentrum sieht sehr wolkig aus, am Meer ist es ein Mix aus Sonne und Wolken. Am Startpunkt der Wanderung zur Cruz de Gala bei Santiago del Teide drücken die Wolken von Norden herein, und es ist neblig und ungemütlich nasskalt. Anstatt eine ausführlichere Wanderung zu unternehmen, gehen wir nur auf die Cruz de Gala (1345 m) und wieder zurück, was in zwei Stunden erledigt ist. Von der schönen Aussicht auf das Tenogebirge ist leider nichts zu sehen, man sieht im Nebel nicht mal hundert Meter. Nur wenige Kilometer weiter südwestlich ist es sonnig.

Teide und Pico Viejo
Teide und Pico Viejo

Der Gala (mit Sendemast) schaut kurz aus den Wolken heraus.
Der Gala (mit Sendemast) schaut kurz aus den Wolken heraus.

Mittwoch, 10. Februar

Guajara (2715 m)

Obwohl die Straße durch die Cañadas immer noch wegen Erdrutsch gesperrt ist, wollen wir den Guajara - dritthöchster Berg von Teneriffa - trotzdem angehen. Diesmal nicht auf der interessanten Direktroute wie 2007, denn mit der Kinderkraxe können wir uns diese ausgesetzte Tour nicht leisten.

Zu Fuß darf man die Straße problemlos benutzen, aber von Boca Tauce bis zum eigentlichen Startpunkt sind es sechs Kilometer. Wir nehmen den Kinderwagen für diesen Abschnitt, aber es nimmt eben seine Zeit in Anspruch. Der "Wanderweg" ist erst ein breiter und langweiliger Weg wie so viele in den Cañadas; zur Degollada del Guajara (2400 m) geht es endlich einen normalen Wanderweg hoch, der auch ein bisschen Steigung macht. Der Guajara (2715 m) ist von der Degollada in knapp einer Stunde erreicht, auch wenn es sich oben in den sich allmählich zurückneigenden Hängen etwas zieht. Das Wetter ist perfekt, nicht nur um den Teide direkt uns gegenüber anzuschauen, sondern auch um die Nachbarinseln zu sehen. Weiter unten liegt allerdings eine kompakte Wolkenschicht, so dass man das Meer selbst nicht sieht.

Wir nehmen uns nicht allzuviel Zeit, die Aussicht zu genießen, denn der Rückweg ist noch lang. Den Bergweg runter geht es einigermaßen schnell, der Fahrweg bis zur Straße ist wegen der Gegensteigungen nun schon etwas lästig. Und am Ende warten ja schließlich noch die 6 Kilometer bis Boca Tauce. Dort kommen wir kurz nach fünf - nach ziemlich genau sieben Stunden - an. Die letzten Kilometer brauchte es etwas Unterhaltungsprogramm im Kinderwagen, aber sonst war Nina überall guter Laune, oder sie hat einfach geschlafen.

Bei der Rückfahrt tauchen wir unterhalb Vilaflor in die Wolken ein, unten am Meer ist es bedeckt.

3 Kilometer haben wir schon, nochmal drei bis zum Startpunkt der Wanderung.
3 Kilometer haben wir schon,
nochmal drei bis zum Startpunkt der Wanderung.


Teide, im Vordergrund ein (leider verblühter) Wildpret-Natternkopf
Teide, im Vordergrund ein (leider verblühter)
Wildpret-Natternkopf


eine der Geröllansammlungen, die die Straße blockieren
eine der Geröllansammlungen, die die Straße blockieren

Ziel in Sicht, aber wir müssen ihn links umrunden
Ziel in Sicht, aber wir müssen ihn links umrunden

Am Pass
Am Pass

Guter Weg mit guter Aussicht (Gran Canaria)
Guter Weg mit guter Aussicht (Gran Canaria)

Blick vom Gipfel auf unseren länglichen Rückweg (ja, die ganze Straße entlang...)
Blick vom Gipfel auf unseren länglichen Rückweg
(ja, die ganze Straße entlang...)


Donnerstag, 11. Februar

Bewölktes Wetter, die Berge sind ab 900 Metern in Wolken. Ruhetag.

Freitag, 12. Februar

Da wir schon um halb sieben abgeholt werden, müssen wir unverschämt früh aufstehen. Zumindest aber gibt es ein (fast vollständiges) Frühstück, obwohl die normale Frühstückszeit erst ab 7 Uhr wäre. Der Bus sammelt an mindestens einem Dutzend anderer Hotels weitere Passagiere ein; trotzdem sind wir mit 8 Uhr eher zu früh am Flughafen. Insbesondere da unser Flug eine halbe Stunde verspätet ist, weil das Ausbuddeln aus dem Schnee in Friedrichshafen den morgendlichen Abflug von dort verzögert hatte. Unser Rückflug bietet teils gute Aussicht auf Pyrenäen und Alpen, die aus den mittelhohen Wolken herausschauen. Zurück in Deutschland, macht der Winter noch gar keine Anstalten, aufs Ende zuzugehen. Da wären wir besser noch eine Woche länger im Warmen geblieben.


Hinweise (siehe hierzu auch die Hinweise zu Teneriffa 2007)

Urlaub mit Kleinkind allgemein

Nina hat die beiden vierstündigen Flüge, den Hotelaufenthalt und auch die Wanderungen problemlos mitgemacht. Mit fast neun Monaten kann sie stabil genug sitzen, um im Flugzeug und im Restaurant nicht überfordert zu sein. Andererseits ist ihr Aktionsradius beim Krabbeln noch begrenzt, so dass sie im Hotelzimmer oder an geeigneten Rastplätzen in den Bergen nicht allzuschnell aus dem Blickfeld verschwinden würde. Die vielen unterschiedlichen Leute, die einem hier täglich begegnen, hat sie erstaunlich gut toleriert.

Flugreise mit Kleinkind

Kinder unter 2 Jahren fliegen gratis, haben aber auch keinen Sitzplatz. Das Kind wird mit einem Zusatzgurt am Erwachsenen angeschnallt. Wenn es möglich ist, bekommt man bevorzugt Plätze an den Notausgängen (wo es größere Beinfreiheit gibt), oder das Personal beim Einchecken bemüht sich, dass der dritte Platz in der Reihe möglichst nicht belegt wird, sofern der Flug nicht ganz voll ist. Letzteres hat bei beiden Flügen funktioniert.

Veranstalter, Hotel

Diese Reise war pauschal gebucht bei Neckermann. Wir haben bewusst dasselbe Hotel wie 2007 ausgesucht, da wir mit unserer Kleinen (zum Zeitpunkt der Reise 8 Monate alt) lieber etwas bereits Bekanntes ansteuern wollten. Das Publikum im Hotel war diesmal deutlich anders als vor drei Jahren: kaum Briten, sondern mehr Deutsche und Holländer; der Rentneranteil war zwar immer noch hoch, aber niedriger als damals. Das kann an der anderen Reisezeit liegen. Insgesamt war wiederum alles sehr gut in Ordnung; mit der Kleinen hatten wir natürlich immer reichlich Aufmerksamkeit seitens des Hotelpersonals.

Wieso schon wieder in die Bettenburg, wenn man schon weiß wie diese Touristenstädte aussehen?

Die Frage könnte sich stellen, und die Antwort ist pragmatisch:
Wir sind natürlich nicht gekommen, um Strand und Nachtleben zu genießen. Andererseits bekommt man woanders kaum den Urlaub zu diesem Preis, also nehmen wir das Übel der Touristen-Großstadt mit in Kauf. Schließlich wissen wir mittlerweile auch, wie man dieser Großstadt recht schnell entkommen kann. Auf den Wanderungen war immer erstaunlich wenig los, teils waren wir völlig alleine unterwegs.

Mietwagen, Fahrräder

Fahrräder haben wir diesmal nicht gemietet. Wir fahren zwar zuhause viel mit Nina (im Anhänger), aber Kinderanhänger sind in Spanien gesetzlich verboten; daher scheidet diese Möglichkeit auf Teneriffa vollständig aus. Den Mietwagen haben wir im Hotel gebucht, man hätte sicherlich auch günstiger fahren können als für 30 € pro Tag. Für uns war aber wichtig, dass der Vermieter uns auch eine geeignete Babyschale zur Verfügung stellen kann, das konnten andere nicht (die hatten nur Kindersitze für größere Kinder).

Autoverkehr allgemein

Obwohl die Straßen auf Teneriffa oft breiter ausgebaut sind als auf Gran Canaria, fahren auffällig viele Autofahrer extrem langsam - auf freier, ausreichend breiter Strecke oft nur 40-50 und vor der kleinsten Andeutung einer Kurve auf 30 abbremsend. Das sind offensichtlich nicht nur mietwagenfahrende Rentner, sondern auch Inselbewohner: Mietwagen dürften mittlerweile vermutlich kaum noch alte TF-Kennzeichen haben.

Auf den Landstraßen sollte man daher mit einem Durchschnittstempo von maximal 40 km/h rechnen; die Rückfahrt von dem Cañadas nach Las Américas kann also gut eine Stunde dauern.

Hinweise zu den Wanderungen:

Guaza

Das ist der Berg unmittelbar oberhalb Los Cristianos, mit Sendemasten auf dem Gipfel. Er ist vom südlichen Ende der Strandpromenade in einer Stunde auf gutem Weg zu erreichen. Immerhin 400 Höhenmeter.

Roque Imoque und Montaña de los Brezos (Teil von Rother-Führer Tour 28)

Zuerst waren wir von der ersten Kehre oberhalb Arona losgegangen, von dort in die Degollada de los Frailitos und um die linke Seite des Roque Imoque herum zum Dreschplatz im Sattel zwischen Imoque und Brezos. Die Montaña de los Brezos ist von dort leicht in einer Viertelstunde zu erreichen (Wegspuren). Der Roque Imoque ist die obersten 15 Meter felsig. Die Route ist mit Steinmännchen markiert, man folgt dem Nordwestgrat und geht fast an die linke Kante, um an einem Steinmännchen noch vor der Kante eine Rinne hochzuklettern. Dann wieder ein paar Meter Weg, und wieder kurz vor der linken Kante durch die Felsen hoch; die letzten paar Meter am Gipfel selbst knapp hinter der Kante. Fels I-II, recht griffig und fest..

Man erreicht den Dreschplatz auch von Ifonche aus: Vor dem Restaurant links abbiegen, das Sträßchen führt bis auf fünf Minuten an den Sattel heran.

Montaña Somara (Rother-Führer Tour 16)

Eine Wegspur führt auf den Volcán de la Botija, das ist ein mehr oder weniger auffälliger Schutthügel, der ganz von dem im Rother-Führer beschriebenen Weg eingeschlossen ist.

Sombrero de Chasna (Rother-Führer Tour 56)

Wir sind nicht auf den Sombrero, weil wir keine Lust hatten vom Grat wieder abzusteigen. Stattdessen folgten wir weiter dem Cañadas-Kamm, aber der bietet keine ausgeprägten Gipfel bis zum Guajara.

Pico Viejo (Rother-Führer Tour 60)

Der Weg läuft anfangs parallel zur Straße nach Nordwesten und ist dort nicht besonders gut. Man kann genauso gut der Straße folgen, insbesondere im Abstieg. Ab dort ist die Route bis ca. 2900 m gut zu finden und in gutem Zustand. Weiter oben verzweigen sich diverse Wegspuren, von denen einige zum Pico Sur, andere zum Pico Viejo führen. Viele der Wegspuren zum Pico Viejo queren parallel durch den Hang und verlieren sich immer wieder, wodurch man öfters quer auf- oder absteigen muss. Der Pico Viejo ist die letzte Erhebung ganz hinten am Krater, im Rotherführer wird nur der Pico Sur beschrieben.

Barranco de Masca (Rother-Führer Tour 24)

Die Masca-Schlucht dürfte gut als "alpine Wanderung" charakterisiert sein: Im oberen Bereich - wo einige exponierte Stellen ein Ausrutschen nicht empfehlen lassen - ist der Weg noch gut. Weiter unten wird sehr oft das Bachbett auf rundlichen Steinen gequert, und dazwischen gibt es Pfadspuren. Kurze Strecken verläuft die Route auch längs des Bachlaufs. Je nach Wasserstand kann man den Weg trockenen Fußes begehen; wir sind drei Tage nach dem letzten Regen eingestiegen und hatten einige Passagen, die im Wasser lagen (bis knapp knietief). Bei unsicherem Wetter, z.B. drohendem Regen, kann man in der engen Schlucht leicht vom Rückweg abgeschnitten werden. Ein paar kurze Stellen muss man sich mit der Hand festhalten, um Steilstufen zu umgehen (z.B. das Stauwehr im oberen Teil, oder an den Terrassen kurz vor dem Strand); das ist aber nicht schwieriger als I. Die vielen rutschigen Steine lassen stabile Wanderschuhe empfehlenswert erscheinen (Gefahr des Umknickens). Skistöcke sind von Vorteil, wenn man wie ich eine Kindertrage balancieren muss, aber normalerweise nicht nötig.

Uns sind einige geführte Gruppen begegnet, die sehr fragwürdiges Schuhwerk anhatten (Turnschuhe oder noch Schlechteres). Auszurutschen und sich zu verletzen, empfiehlt sich in der Schlucht eher nicht: die Bergungsmöglichkeiten dürften sehr begrenzt bis nicht vorhanden sein.

Schatten: Wir hatten den ganzen Abstieg bis Mittag Schatten in der Schlucht, und auch auf dem Rückweg kam die Sonne nur gelegentlich an den Grund. Wir waren um 14:40 zurück in Masca.

Auf Schildern wird darauf hingewiesen, dass für die Masca-Schlucht eine Zugangskontrolle wie für den Barranco del Infierno geplant ist. Das könnte für die Zukunft bedeuten, dass diese Wanderung Eintritt kosten wird, eine Reservierung erfordern wird und vermutlich sehr aufwendig werden wird. Eigentlich müsste man den Weg dann natürlich auch auf einen Standard bringen wie im Barranco del Infierno, was wohl kaum machbar sein dürfte, und hoffentlich auch nicht gemacht wird (sonst ist der Rest an Abenteuer natürlich dahin). Wahrscheinlich wird man es also bei organisatorischen Ärgernissen belassen.

Paisaje Lunar (Rother-Führer Tour 54)

Einfache Wanderung, geht auch mit Turnschuhen. Auf unserer markierten Route von Vilaflor kommt man nur an einen Aussichtspunkt, von dem aus in der Ferne die Türme zu sehen sind. Gleich links vom Aussichtspunkt führt ein nicht mehr unterhaltener Weg direkt an den Fuß der Türme. Danach verliert sich der Weg; die im Rother-Führer in der Kartenskizze angegebene Möglichkeit zum Campamento Madre del Agua zu queren, existiert anscheinend also nicht mehr.

Cruz de Gala (vgl. Rother-Führer Tour 18)

Da wir die vielen Abzweigungen des Rotherführers in der Ebene mit den Seen im Nebel nicht gefunden haben und das Wetter sowieso nicht nach längerer Wanderung aussah, sind wir der Beschilderung gefolgt und direkt zur Fahrstraße hoch, die zum Cruz de Gala führt. Zurück sind wir komplett die Fahrstraße abgestiegen und vom Puerto der Erjos aus entlang der Hauptstraße zurückgegangen.

Guajara (Rother-Führer Tour 53)

Wir sind den Weg über die Degollara de Guajara gegangen. Das ist zwar weiter als der direkte Weg (den wir von 2007 her schon kennen), aber die Ucanca-Route erschien uns mit Kindertrage - besonders nach dem Schlechtwetter und da einige Felsrutsche in der Gegend abgegangen sind - nicht sinnvoll.

Literatur

  • Rother Wanderführer "Teneriffa" von K. und A. Wolfsperger, 7. Auflage 2008, ISBN 978-3-7633-4016-3.
  • Kompass Wander-, Radtouren-, Freizeit- und Straßenkarte Teneriffa 1:50000 (Nr. 233)
    Diese Karte ist mit 100m-Höhenlinien nur bedingt zum Wandern in diesem zerklüfteten Terrain geeignet. Die eingezeichneten Wanderwege sind nicht immer korrekt.
  • Die amtlichen topographischen Karten 1:50000 gibt es im PDF-Format als Download beim external linkIGN España (in der Cartoteca, für Tenerife die Blätter 1088,1089,1091,1092,1096,1097,1102), allerdings sind sie teilweise ziemlich alt und ohne Einzeichnung von Wanderwegen. Bis zum Maßstab 1:25000 hinunter gibt es eine interaktive Karte (Cartografía/Iberpix), aber auch dort sind fast keine Wanderwege eingezeichnet.

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© 2010 Hartmut Bielefeldt

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Letzte Änderung am Freitag, 5. März 2010 durch Hartmut Bielefeldt