Kurzzusammenfassung - Berge
DatumBergHöheSchartenhöhe
27.08.Pangong Kangri Chogota4660 m150 mbeide "Gipfel" gleich hoch
29.08.Horlam Kongka Ri5215 m290 m
01.09.P. 56415641 m39 mnur ein Hügel
02.09.Yalung Nong Nord6063 m109 mClaudia, Hartmut, Rigzin
02.09.Yalung Nong Süd6080 m580 mClaudia, Hartmut, Rigzin
03.09.Yalung Nong Süd6080 m580 mMarion, Henning, Rigzin
04.09.P. 6100 Gyama Range6100 m150 mClaudia, Hartmut
05.09.P. 6100 Gyama Range6100 m150 mMarion, Henning, Rigzin
05.09.P. 57205720 m70 mHartmut (nur ein Hügel)
06.09.Pyramide (Gyama Peaks)6293 m200 mClaudia, Hartmut, Rigzin

Ladakh 2015: Tsokar - Tsomoriri
Gyama Peaks

23. August - 11. September 2015

Claudia Bäumler, Hartmut Bielefeldt, Henning Stabel, Marion Stieb-Stabel, Nina Bielefeldt
Verfasser dieses Berichts: Hartmut Bielefeldt

Einleitung

Unsere letztjährige Tour durch das Markha Valley war ein voller Erfolg, und so haben wir uns auch für dieses Jahr wieder für Ladakh entschieden. Diesmal soll es allerdings etwas weiter in den Osten gehen. Uns erwartet dort eine weitläufigere Landschaft, die auch höher gelegen ist. Details zur Organisation sind wie immer auf einer entsprechenden Info-Seite beschrieben.

Reisebericht

Samstag, 22. August / Sonntag, 23. August

Flug Friedrichshafen - Frankfurt - Delhi - Leh

Wie letztes Jahr ist der Anreisetag lang und etwas strapaziös. Wir fliegen von Friedrichshafen (da ist der Weg zum Flughafen schnell organisiert) mit Lufthansa nach Frankfurt und von dort in 7 1/2 Stunden nach Delhi, wo wir Sonntag Nacht um halb eins ankommen. Das Einreiseformular ist deutlich übersichtlicher geworden, die umständliche Zollerklärung fällt vollständig weg, und auch unser Gepäck haben wir bald.

Am Ausgang werden wir von Sunny von unserer Agentur erwartet. Das Monsunwetter in Delhi haut einen praktisch sofort um: Nachts sind es draußen fast 30 Grad, Luftfeuchte 100%. Gut, dass es gleich weiter geht: kurze Fahrt zum Inlandsflughafen. Eine größere Schweizer Gruppe checkt gerade ihre Fahrräder ein, daher dauert es ein bisschen, bis wir dran sind. Aber wir haben sowieso genug Zeit. Nun noch gut zwei Stunden Wartezeit auf dem "silent airport" überbrücken. An Schlafen ist kaum zu denken, es gibt zwar keine Lautsprecherdurchsagen, aber wieder Baulärm. Nur Nina kann es sich auf ihrer Isomatte auf dem Boden zwischen den Stuhlreihen bequem machen und schläft ein wenig.

Müde steigen wir um dreiviertel fünf ins Flugzeug, das uns in einer Stunde nach Leh bringt. Es hat einige Wolken, und auf den Bergen liegt mehr Schnee als vor einem Jahr. Aber vielleicht geht der auch wieder weg, bis wir unterwegs sind.

Frühstück im Yartsa Guesthouse, Wiedersehen mit Guesthouse-Betreiberin Diskit und ihrer Familie. Endlich ein paar Stunden schlafen. Wir gehen erst zum Abendessen kurz in die "Stadt". Der erste Tag auf 3500 m Höhe ist anstrengend.

Montag, 24. August

Leh

Beim Frühstück fällt Henning eine Platte der Deckenverkleidung in den Schoß. Eine Katze hatte sich irgendwie in den Zwischenboden gemogelt und schaut jetzt erstaunt von oben durch das Loch auf uns runter. Zum Glück ist nichts weiter passiert. Vormittags Durchsprache im Büro von Gesar Travel (Essensauswahl für den Trek); danach nur ein Spaziergang zum Shanti Stupa, von wo aus man einen netten Blick über die Stadt hat.

Zum Abendessen gibt es heute im Restaurant wieder kein Bier. Auf der Karte steht es sowieso nie, ist aber meist auf Nachfrage zu bekommen. Dieses Lokal scheint aber keine Schanklizenz zu haben.

Dienstag, 25. August

Leh

Wieder eine kleine "Wanderung": Vom Königspalast den steilen Weg hoch zum Gompa, den wir dieses Mal allerdings nicht so ausführlich besichtigen. Abstieg nach hinten über den gepflasterten Weg und zurück ins Stadtzentrum. Ein paar Einkäufe; Nina kauft Gebetsfähnchen für den Gipfel. Heute gibt's im Penguin wieder Bier zum Abendessen. War vorgestern wohl ausgegangen, oder es war ein Tag ohne Laster angesagt gewesen...

Guesthouse in Leh
Guesthouse in Leh
Leh
Leh
Shanti Stupa
Shanti Stupa


Mittwoch, 26. August

Fahrt Leh - Chang La - Pangong Tso

In zwei Autos werden wir heute zum Pangong Tso gefahren. Unser Guide Tsewang Rigzin - der uns auch letzes Jahr durchs Markha Valley begleitet hatte - ist ab heute mit dabei. Es geht über eine schmale, aber fast durchgehend geteerte Straße durchs Tal von Chemre über den 5370 m hohen Chang La, angeblich der dritthöchste befahrbare Pass der Welt. Nun geht es abwärts durch Gebirge mit Schutt in allen möglichen Grautönen; weiter oben sehen einige Gletscherberge ganz einladend aus. Ganz im Hintergrund sehen wir schroffe Spitzen der Karakorum-Ausläufer. Nach 6 Stunden sehen wir den Pangong Tso, mit 134 km Länge und 8 km Breite ähnlich groß wie der Bodensee. Der Ausblick ist sozusagen atemberaubend, denn er liegt auf 4260 Metern Höhe (und wir sind natürlich fast überhaupt nicht akklimatisiert). Die letzten 6-7 Kilometer von Spangmik bis Maan ist die Straße nur noch eine knappe Fahrspur durchs Geröll. Wir beziehen unsere Unterkunft für zwei Nächte in jurtenförmigen Zelten mit Betten und sogar jeweils eigener Toilette. Kurze Erkundung am See: Allzu salzig schmeckt er nicht, und die Temperatur erlaubt es immerhin, die Füße ein paar Minuten einzutauchen. Das Abendessen ist sehr gut, es gibt auch normal europäisch schmeckende Pasta und sogar Nachtisch. Marion und Henning stellen ihren Verdauungstrakt auf Indien um, so dass sie sich sehr wenig fürs Abendessen interessieren. Nach Sonnenuntergang wird es schnell recht kalt. Eine unerwartete Überraschung ist, dass wir nach dem Abendessen heiße Wärmflaschen ins Zelt gebracht bekommen.

Im Hintergrund links unsere Berge von 2014
Im Hintergrund links unsere Berge von 2014
Die Straße ist oft ziemlich eng
Die Straße ist oft ziemlich eng
unsere Hauszelte in Maan
unsere Hauszelte in Maan
Der Pangong Tso ist nicht allzu kalt
Der Pangong Tso ist nicht allzu kalt

Donnerstag, 27. August

Man (4260 m) - Pangong Kangri Chogota (4660 m)

Nach dem Frühstück steht eine Akklimatisationswanderung auf dem Programm. Der Hügel oberhalb des Dorfes ist so ziemlich die einzige selbstständige Erhebung neben den schroffen Fünf- und Sechstausendern der Pangong Range (und für die gibt es für Ausländer keine Besteigungsgenehmigungen). Jeder geht, so weit er gerne möchte. Ich gehe mit Rigzin voraus und besuche beide Gipfelchen (sie sind beide 4660 m hoch). Claudia und Nina sind nach 2 3/4 Stunden auf dem westliche Gipfel; Nina baut einen schönen Steinmann.

Auf dem Pangong Kangri Chogota
Auf dem Pangong Kangri Chogota
Wiedehopf am Zeltlager
Wiedehopf am Zeltlager

Freitag, 28. August

Fahrt Pangong Tso - Chang La - Rumtse

Rückfahrt vom Pangong Tso. Gleich bei Spangmik machen wir einen Abstecher an einen netten Aussichtspunkt am Seeufer. Für die indischen1 Touristen ist das ein moderner Wallfahrtsort, weil hier die Schlussszene des offenbar sehr populären Films "Three Idiots" gedreht wurde. Dadurch wurde vor einigen Jahren Ladakh im Rest Indiens schlagartig bekannt, was einen Boom an indischen Touristen auslöste. Zurück geht es über die über langen Strecken in schlechtem Zustand befindliche Straße über den Chang La. Bei Karu erreichen wir wieder den Manali-Leh-Highway, dem wir jetzt 42 Kilometer in Richtung Manali folgen. Bei Rumtse stehen schon Zelte für uns auf einem "Campingplatz" neben der Straße, Höhe 4230 m. Obwohl der Großteil der Warenversorgung von Ladakh per Lkw über den Manali-Leh-Highway geschieht, stört der Verkehr wenig. Nachts fahren kaum Autos, wir schlafen gut. Diesmal gibt es auch keine Hunde, die den Vollmond anjaulen würden (was sonst eine beliebte Quelle nächtlicher Unterhaltung ist). Heute ist Claudia dran in Sachen Verdauung.

Am ´3 Idiots´-Strand
Am ´3 Idiots´-Strand
Viele Touristen lassen auch viel Müll hier
Viele Touristen lassen auch viel Müll hier
Am Manali-Leh Highway
Am Manali-Leh Highway
1 Zwar ist Ladakh als Teil des Staates Jammu-Kashmir politisch gesehen ein Teil von Indien, die Bevölkerung in Ladakh ist allerdings viel mehr mit den Tibetern verwandt. Ich benutze daher die Bezeichnung "indisch" im Sinne von "aus dem indischen Hauptland kommend".

Samstag, 29. August

Fahrt Rumtse - Taglang La - Tsokar - Nuruchang

Auf meist sehr guter Straße fahren wir über den Taglang La (zweithöchster befahrbarer Pass der Welt, 5350 m) in ein flaches Hochtal. Rast in einem Tea-Tent an der Straße. Nach einigen Kilometern zweigt ein ziemlich schlechter Fahrweg zum Tsokar (weißer See) ab. Besichtigung und Geschmacksprobe der Salzablagerungen; neben Salz findet man vereinzelt auch Schwefelkristalle. Weiter mit dem Auto am See entlang durch eine wüstenartige Ebene bis Nuruchang (4690 m), wo unser Startlager für das Trekking steht. Da wir schon mittags da sind, sind kleine Nachmittagsausflüge drin. Claudia, Nina, Marion und Henning gehen auf den Hügel nördlich des Lagers, ich wandere nach Süden über langgezogene Grasrücken auf den Horlam Kongka Ri (5215 m, nach Karte 5180 m). Sobald die Sonne weg ist, wird es abends kalt. Fürs Abendessen kommt ab jetzt die lange Unterhose zum Einsatz.

Tsokar, der weiße See
Tsokar, der weiße See

Lagerplatz Nuruchang (4690 m)
Lagerplatz Nuruchang (4690 m)
Blick vom P.5215 auf Nuruchang und Tsokar
Blick vom P.5215 auf Nuruchang und Tsokar
Morgen geht es zu den Zelten hinten im Tal
Morgen geht es zu den Zelten hinten im Tal

Sonntag, 30. August

Nuruchang (4690 m) - Horlam Kongka Ri (5215 m) - Horlam Kongka (4965 m) - Rajunkaru (4925 m)

Heute morgen liegt Reif auf den Zelten und dem Gras. Unsere Lastpferde hätten wir eigentlich hier erwartet, aber sie sind am Tsokar, 10 km im Norden. Tatsächlich aber wäre das richtig, denn nach Ausschreibung hätte das Trekking dort starten sollen, wie wir beim Blick auf den Plan feststellen. Allzu interessant wäre diese flache Etappe aber ohnehin nicht gewesen.

Rigzin schickt jemanden zu den Pferden, um diese nach Nuruchang zu beordern, und wir beginnen den Trek mit der eigentlich zweiten Etappe. Beim Weg über den Pass besuchen Claudia, Marion, Henning und Rigzin den Horlam Kongka Ri. Da die Pferde jetzt sehr spät kommen werden, hat Nina heute kein Reitpferd. Sie schlägt sich aber tapfer und legt die ganze 9 km lange Strecke zu Fuß zurück. Besonders die letzten 4 Kilometer nach der Mittagspause sind zäh, die Nomadenzelte wollen einfach nicht näherkommen.

In Rajunkaru findet gerade der jährliche Besuch des Lamas vom Kloster Korzok statt, daher ist die ganze Bevölkerung um ein Zelt versammelt. Wir müssen ohnehin auf die Pferde warten, so ergeben sich (dank Übersetzung durch Rigzin) interessante Einblicke in die Lebensweise der tibetischen Nomaden. Die Älteren waren von einigen Jahrzehnten aus Tibet nach Ladakh geflohen und bewirtschaften dieses Gebiet hier mit Schafen, Ziegen und Yaks (Dzos/Dzomos). Um halb fünf endlich kommt das Gepäck. In Rekordzeit steht das Lager, 4975 m. Gegen sechs Uhr verschwindet die Sonne hinter den Bergen, es wird kalt.

Aufbruch in Nuruchang
Aufbruch in Nuruchang

Zum Pass geht es nur wenig aufwärts
Zum Pass geht es nur wenig aufwärts
P. 5215
P. 5215
Mittagspause im Tal
Mittagspause im Tal
Bei den Nomaden in Rajunkaru
Bei den Nomaden in Rajunkaru

Montag, 31. August

Rajunkaru (4925 m) - Kyamayuri La (5430 m) - Gyamabarma (5200 m)

Das Konzert der Hunde von Rajunkaru ist dem von Leh durchaus ebenbürtig. Zusätzlich sind die Köter noch ein paarmal mitten durchs Lager gejagt.

Heute morgen ist es kalt und windig. Eine Schicht Schleierwolken lässt kaum Sonne durch. Wir wandern mit langer Unterhose und Handschuhen. Nach gut 2 Kilometern erreichen wir den Kyamayuri La (5430 m). Zum heutigen Lagerplatz geht es zwar nur noch bergab, doch die lange Strecke erfordert nochmal zwei Stunden Gehzeit. Man sieht Pikas (Pfeifhasen) und Kiangs (Wildesel) im Tal. Über den Hügeln zeichnen sich einige Gipfel der Gyama-Kette ab. Eines unserer Gipfelziele, der Yalung Nong, beherrscht den Talausgang im Norden als massiger, breiter Buckel. Das Lager Gyachung Karu auf einer Wiese liegt auf 5200 m.

Aufbruch an einem kalten Morgen
Aufbruch an einem kalten Morgen
Die Ziegen werden zum Melken zusammengebunden.
Die Ziegen werden zum Melken zusammengebunden.
Blick zurück vom Kyamayuri La zum Tsokar
Blick zurück vom Kyamayuri La zum Tsokar
Erste höhere Berge in Sicht
Erste höhere Berge in Sicht
Yalung Nong
Yalung Nong
Mittagspause im Windschatten der Felsen
Mittagspause im Windschatten der Felsen
Am Fuß des kleinen Passes wird unser Lager sein.
Am Fuß des kleinen Passes wird unser Lager sein.
Kiang
Kiang
Gyamabarma (5200 m)
Gyamabarma (5200 m)

Dienstag, 1. September

Gyamabarma (5200 m) - Kostse La (5400 m) - Basislager (5315 m)

Mit Sonne und ohne Wind fühlt es sich gleich viel besser an obwohl heute morgen nicht nur die Wiese, sondern auch das Zelt mit Raureif überzogen war. Zum Kostse La (5400 m) steigen wir eine Stunde auf, dann geht es durch das flache Tal von Gyama Sharma und Gyarma Logma rechts am Yalung Nong vorbei in Richtung des Passes Yalung Nyau La. Über diesen Pass führt die Trekkingroute zum Tsomoriri. Wir machen auf 5315 m Halt, dort entsteht im Tal inmitten endloser Hügel unser Basislager.


Frühstück auf 5200 m
Frühstück auf 5200 m

Unterwegs zum Kostse La
Unterwegs zum Kostse La
Kostse La (5400 m): Die Sechstausender unserer Zielregion
Kostse La (5400 m): Die Sechstausender unserer Zielregion
Mani-Steine
Mani-Steine
Nina untersucht eine Hartpolsterpflanze
Nina untersucht eine Hartpolsterpflanze
Unser Basislager auf 5315 m
Unser Basislager auf 5315 m
Oberhalb des BC weitet sich die Aussicht
Oberhalb des BC weitet sich die Aussicht
auf 5600 m
auf 5600 m

Mittwoch, 2. September

Yalung Nong Nord (6063 m), Yalung Nong Süd (6080 m)

Claudia und ich gehen mit Rigzin auf den Yalung Nong; Nina bleibt bei Marion und Hening beim Basislager. Unerwarteterweise erreicht die Sonne schon morgens um sieben das Lager. So können wir mit Sonnenschein frühstücken, das macht die -5°C erträglicher. Auch der Steilhang über dem Lager hat schon Sonne, und wir merken, dass die lange Unterhose wohl fürs Abendessen unerlässlich ist, aber im Aufstieg eher fehl am Platze ist. Rigzin führt uns mehr oder weniger steil eine endlose Schotterhalde hoch. Auf 5900 m Höhe flacht das Gelände ab, und wir sehen einen Hügel rechts vorn und und einen Hügel links etwas weiter weg. Das sind die beiden "Gipfel" des Yalung Nong. Da ich in der Literatur keine eindeutige Aussage finden konnte, welcher der höhere ist, besuchen wir beide. Es stellt sich heraus: Der hintere, linke ist 6063 m hoch, der vordere (südliche) 6080 m. Dazwischen liegt ein 5960 m hoher flacher Sattel. Beide Gipfel gleichen quadratkilometergroßen, felsübersäten Fußballfeldern. Wahrscheinlich ist das der überhaupt einfachste Sechstausender der Welt. Wahrscheinlich auch der eintönigste, aber die Aussicht lohnt sich. Der Abstieg geht schnell, um 14 Uhr sind wir zurück im Basislager. Übrigens findet man hier auf knapp 5800 m noch die höchsten Blumen.

Aufstieg zum Yalung Nong
Aufstieg zum Yalung Nong
Letzte Blumen auf 5700 m
Letzte Blumen auf 5700 m
Das Gelände ist einfach, aber mühsam
Das Gelände ist einfach, aber mühsam
Am Rand des Gipfelplateaus
Am Rand des Gipfelplateaus
Zuerst gehen wir auf den Nordgipfel
Zuerst gehen wir auf den Nordgipfel
Yalung Nong Nord (6063 m), Spangnak Ri
Yalung Nong Nord (6063 m), Spangnak Ri
Panorama vom Nordgipfel mit Ostgipfel(?), Südgipfel, Mentok
Panorama vom Nordgipfel mit Ostgipfel(?), Südgipfel, Mentok
Auf dem Weg zum Südgipfel
Auf dem Weg zum Südgipfel
Yalung Nong Süd (6080 m)
Yalung Nong Süd (6080 m)
Panorama vom Südgipfel: Spangnak Ri, Grenzberge, Lungser/Chamser, Tsomoriri, Mentok, Gyama
Panorama vom Südgipfel: Spangnak Ri, Grenzberge, Lungser/Chamser,
Tsomoriri, Mentok, Gyama (Bild anklicken, um alle Berge zu sehen)
Auf dem einfachsten Sechstausender der Welt
Auf dem einfachsten Sechstausender der Welt
Murmeltiere auf Wache
Murmeltiere auf Wache
Basislager
Basislager

Donnerstag, 3. September

Yalung Nong Süd (6080 m) - Marion und Henning

Heute gehen Marion und Henning mit Rigzin auf den Yalung Nong, wir haben Ruhetag (bzw. Kinderbespaßung). Das Wetter ist nicht so schön wie gestern, es ist nur teilweise sonnig. Die drei sind schon zum Mittagessen wieder da; der Wind und etwas Schneefall haben den Aufstieg recht mühsam gemacht. Trotzdem sind sie gleich schnell unterwegs wie wir gestern. Den hinteren, niedrigeren Gipfel haben sie natürlich wegen Unwichtigkeit ausgelassen.

Nachmittags erkunden wir mit Nina ein wenig die Umgebung. Ein Bach zum Spielen findet sich bald, aber botanisch ist nicht sehr viel los. Neben Hartpolsterpflanzen finden sich bestenfalls einige winzige Blümchen.

Freitag, 4. September

Basislager (5315 m) - ABC (5550 m); P. 6100 (Gyama Peaks)

Rigzin hatte gestern noch einen Basislagerplatz weiter oben gesucht, der näher an den anderen Bergen liegt. Heute wird das Lager dorthin verlegt; dafür kommen die Pferde wieder von der Weide bei Gyama hoch. Sie werden später auch dorthin wieder zurückgehen, weil es an beiden Lagerplätzen zwar Wasser, aber nicht genug Gras für Pferde gibt.

Nach 2 1/4 Stunden ist der neue Platz des vorgeschobenen Basislagers (ABC) auf 5548 m erreicht. Nach dem Mittagessen gehen Claudia und ich weiter aufwärts, um den interessant aussehenden Berg direkt oberhalb zu erkunden. "Direkt" ist dabei relativ - erst marschiert man eine Stunde lang durch leicht ansteigende, monotone Schuttebenen bis an den Bergfuß. Die linke Flanke stellt sich als Schotterhalde mit drei steileren Aufschwüngen heraus. Das Geröll ist durchwegs lose, die Route ist nicht schwer, aber sie kostet etwas Konzentration. Der auffrischende Wind macht es auch nicht gerade leichter. Nach 2 1/2 Stunden sind wir auf dem Gipfel und werden mit einer großartigen Rundsicht überrascht. Direkt gegenüber stehen die etwas höheren Berge der Nachbarkette, darunter wohl die höchsten drei der Gyama-Kette. Weiter weg sehen wir den Tsomoriri, dahinter Chamser und Lungser Kangri (die leider seit letztem Jahr für Besteigungen gesperrt sind). Der Yalung Nong erscheint aus dieser großen Distanz endlich vollständig, Im Westen am Horizont sehen wir die Kang-Yatze-Gruppe, in der wir letztes Jahr unterwegs waren. Gemäß GPS ist unser Berg ziemlich genau 6100 m hoch. In den Felsen bei den Gebetsfähnchen finden sich zwei Visitenkarten von Gesar Travel. Wir benutzen eine, um auf der Rückseite unsere Namen zu notieren.

Vorsichtig steigen wir das fragile Gebilde wieder ab; durch den losen Schotter geht es besser als befürchtet. Pünktlich zur Tea-Time um 16 Uhr sind wir zurück im ABC.

Die Pferde wurden für Montag wieder herbestellt. Nach Plan könnten wir 6 Tage im Basislager oder ABC bleiben, aber dann hätten wir auf der Rückreise nur einen kurzen Übernachtungsstopp in Leh. Besser gönnen wir uns einen Tag in der Stadt und haben dafür einen Tag weniger hier oben; es sieht ja so aus, dass wir bergsteigerisch auch so eine ganze Menge erreichen können.

Nina zuckert den Morning Tea
Nina zuckert den Morning Tea
Aufbruch zum ABC
Aufbruch zum ABC
Pika
Pika
Wir folgen dem - teils noch zugefrorenen - Bach aufwärts.
Wir folgen dem - teils noch zugefrorenen - Bach aufwärts.
Edelweiß
Edelweiß
Wir wenden uns gleich dem linken Gipfel zu.
Wir wenden uns gleich dem linken Gipfel zu.
Der linke Gratrücken erscheint am geeignetsten.
Der linke Gratrücken erscheint am geeignetsten.
Das lose Gestein zwingt zu großer Vorsicht.
Das lose Gestein zwingt zu großer Vorsicht.

Auf dem Gipfel, 6100 m.
Auf dem Gipfel, 6100 m.
Panorama: Tsomoriri und die Mentok-Gipfel
Panorama: Tsomoriri und die Mentok-Gipfel
Gyama Peaks
Gyama Peaks
Flechten in der Hochebene
Flechten in der Hochebene

Samstag, 5. September

P. 6100 (Gyama Peaks) - Marion und Henning

Die Nacht war kälter als im Basislager; dafür kommt schon um sechs Uhr die Sonne ans Zelt. Heute gehen Marion, Henning und Rigzin auf den P.6100. Wir gehen ein bißchen ums ABC spazieren, aber Nina hat keine rechte Lust zum Wandern. Dafür aber zum Umleiten des vereisten Bachs - natürlich barfuß - am ABC. Die Drei kommen um halb zwei erfolgreich vom Berg zurück. Der Rest des Nachmittags besteht aus Erholung, allerdings meist im Zelt - draußen ist es immer wieder recht windig und ungemütlich.

Am Abend ist ein deutlicher Verfall der Disziplin zu erkennen: Alle verzichten aufs Zähneputzen, weil das bei windigen -3°C überhaupt keinen Spaß mehr macht. Inzwischen nehme auch ich eine "Wärmflasche" (eine Halbliter-PET-Flasche von der Küche mit Heißwasser gefüllt) zum Einschlafen.

unser ABC auf 5550 m.
unser ABC auf 5550 m.
Pferde auf Futtersuche
Pferde auf Futtersuche
Yak, hat Futter gefunden.
Yak, hat Futter gefunden.
Nina spielt im gefrorenen Bach.
Nina spielt im gefrorenen Bach.

Sonntag, 6. September

Pyramide (6293 m)

Unser letzter Tag für Bergbesteigungen fängt nicht sehr vielversprechend an: Es ist teils bewölkt und sehr windig. Nina, Marion und Henning werden sich im ABC auch fast ausschließlich im Zelt aufhalten. Claudia und ich gehen mit Rigzin auf den schönen pyramidenförmigen Berg, den man vom ABC aus rechts von P.6100 sieht. Er sendet einen hübschen Firngrat auf uns zu, der vom Sattel 5870 m endlich komplett einzusehen ist. Um an den Fuß zu gelangen, ist leider erst mal ein Abstieg von 80 Metern geboten. Der Gletscher ist spaltenfrei, der Grat meist recht breit und 30-35° steil, stellenweise etwas mehr. Die Schneeverhältnisse sind perfekt, so kommen wir unter Berücksichtigung der Höhe und des eisigen Windes gut voran. Um 12:30 sind wir am Gipfel; gemäß GPS ist er 6293 m hoch.

Freundlicherweise gibt die bisher dominierende Wolke gerade jetzt die Sonne frei. So können wir in Ruhe fotografieren, essen und die Gebetsfähnchen, die Nina in Leh für den Gipfel gekauft hatte, aufhängen. Die Rundsicht ist noch ein bisschen großartiger als vom P.6100. Obwohl man auch von hier keine Siebentausender sehen kann, ist die schiere Menge an Gipfeln um uns herum überwältigend. Das sind sicher ein paar hundert Sechstausender, von denen etliche kaum je bestiegen sind.

Doch bald wird es uns wieder kalt. Der Abstieg den Grat hinunter dauert nur eine halbe Stunde, die Gegensteigung erfordert aber nochmal so viel. Dann nur noch die langen, flachen Schutt- und Sandfelder, und wir sind zurück im ABC und werden vom Küchenpersonal gleich mit Saft und Suppe empfangen. Zum Nachtisch beim Abendessen gibt es heute einen Kuchen, gebacken auf dem Kerosinkocher auf 5548 Metern Höhe.

Kiangs
Kiangs
Wir gehen am P.6100 vorbei direkt auf die Pyramide zu.
Wir gehen am P.6100 vorbei
direkt auf die Pyramide zu.
Die erste Stunde ist recht eintönig.
Die erste Stunde ist recht eintönig.
Endlich ist der Grat ganz zu sehen.
Endlich ist der Grat ganz zu sehen.
Der Gratrücken ist einfach, der Schnee ist perfekt.
Der Gratrücken ist einfach, der Schnee ist perfekt.
Claudia ist schon am Gipfel.
Claudia ist schon am Gipfel.

Unser Gebetsfähnchen findet einen schönen Platz.
Unser Gebetsfähnchen findet einen schönen Platz.
Pyramide, 6293 m.
Pyramide, 6293 m.
Panorama nach Süden
Panorama nach Süden
Panorama nach Norden
Panorama nach Norden
Zeit für den Rückweg
Zeit für den Rückweg
Die Südseite von P.6100 ist komplett schneefrei.
Die Südseite von P.6100 ist komplett schneefrei.
Büßerschnee
Büßerschnee
Erfolgs-Kuchen auf 5550 m.
Erfolgs-Kuchen auf 5550 m.

Montag, 7. September

Abstieg ABC (5550 m) - Yalung Nyau La (5450 m) - Korzok (Tsomoriri, 4550 m)

Es scheint jeden Tag kälter zu werden. Heute morgen kurz vor Sonnenaufgang sind es im Vorzelt -11 Grad. Der Wind hat das Toilettenzelt halb umgeworfen und die Klopapierrolle abgewickelt durch die Landschaft drapiert. Auch als wir losmarschieren, ist es zwar sonnig, aber windig und kalt. Hier möchte jetzt keiner mehr einen weiteren Tag verbringen. Auf dem Weg zum Yalung Nyau La finde ich einen Turnschuh (guter Zustand, aber leider nur einer) und eine Sonnenbrille mitten in der weglosen Schuttebene, die Rigzin gut brauchen kann.

Ab dem Pass (5449 m) geht es ein kleines enges Tälchen hinab mit Blick auf den Tsomoriri. Es weitet sich bald zu einer wüstenartigen Ebene, die wir langweilige 4 Kilometer weit durchqueren. Nach einer weiteren Engstelle des Tals erreichen wir Korzog (4540 m), den größten (und einzigen, sieht man von Militärstationen ab) Ort am Tsomoriri. Hier wird fleißig gebaut: die Straße wird geteert. Übernachtung auf einem der Campingplätze im Ort. Wir wandern noch bis an den See, um den Eindruck zu vervollständigen. Auch der Tsomoriri ist nicht merklich salzig, und die Wassertemperatur ist frisch, aber nicht abschreckend.

Ein kalter Sonnenaufgang im ABC
Ein kalter Sonnenaufgang im ABC
Nina ist dick in ihrem Schlafsack eingepackt.
Nina ist dick in ihrem Schlafsack eingepackt.
Küche im ABC
Küche im ABC
Wir machen uns an den Abstieg zum Tsomoriri.
Wir machen uns an den Abstieg zum Tsomoriri.
Nach dem Yalung Nyau La geht es steil bergab.
Nach dem Yalung Nyau La geht es steil bergab.
kurz vor Korzok
kurz vor Korzok
Zeltplatz in Korzok
Zeltplatz in Korzok
Chamser Kangri und Lungser Kangri, beide über 6600 Meter hoch. Leider beide wegen Grenznähe gesperrt.
Chamser Kangri und Lungser Kangri,
beide über 6600 Meter hoch.
Leider beide wegen Grenznähe gesperrt.
Am Tsomoriri ist unser Trek zu Ende.
Am Tsomoriri ist unser Trek zu Ende.
Korzok, darüber der Ostgipfel des Yalung Nong
Korzok, darüber der Ostgipfel des Yalung Nong
Gruppenbild in Korzok
Gruppenbild in Korzok

Dienstag, 8. September

Rückfahrt Korzok - Leh

Es ist Rigzin gestern gelungen, über die Agentur für heute eine Rückfahrt nach Leh zu bekommen. Eigentlich wären wir erst morgen fällig gewesen, aber dann hätten wir nur ein paar Stunden in Leh gehabt, bevor der Rückflug geht. So wird das Ganze etwas entspannter. Nach Frühstück, Verteilung der Trinkgelder und etlicher Kleidungs- und Ausrüstungsgegenstände machen wir uns auf den Weg per Kleinbus nach Leh.

Es geht zuerst am Tsomoriri entlang nordwärts über den kleinen Pass Nusgur La (4830 m) ins Raldong-Tal. Die Landschaft wandelt sich von wüstenartiger Hochebene zu genauso wüstenartiger Talschlucht - nur am Fluss wachsen Tamarisken. Der erste Teil der Straße ist ein sehr schlechter Feldweg, der Rest ist meist geteert und ganz ordentlich. Nach zwei Stunden (54 km) kommt von rechts der Indus, die Straße wird jetzt richtig gut. Über 110 km folgen wir dem Indus abwärts einer großartigen Schlucht mit sehenswerten Felsformationen. Die Straße ist immer wieder von den Unwettern Anfang August nur provisorisch repariert. Ab der Kreuzung mit dem Manali-Leh-Highway hat die Straße sogar einen weißen Mittelstreifen und ausreichend Platz bei Gegenverkehr. Die letzten 50 km bis Leh gehen schnell vorüber.

So klein sie auch ist, die Stadt Leh bedeutet eine Umstellung. Lärm, Verkehr und Hektik waren die letzten fast zwei Wochen für uns unbekannt. Schnell hatten wir uns an diese angenehme Situation gewöhnt, jetzt ist auch das Gedröhne der Kleinstadt erstmal zu viel.

Abends im Restaurant erwähnt der Kellner erstmals unaufgefordert, dass es auch Bier gibt. Das ist leider auch das einzige Positive an diesem Restaurant, die Wartezeit und Qualität der Gerichte ließ uns das Etablissement als einmaligen Versuch abhaken.

Tsomoriri und die Berge südlich
Tsomoriri und die Berge südlich
Am Nusgur La sieht man den Yalung Nong noch einmal gut.
Am Nusgur La sieht man den Yalung Nong
noch einmal gut.
Indus
Indus
Straße am Indus
Straße am Indus

Nach einem Erdrutsch ist hier die Straße überschwemmt worden.
Nach einem Erdrutsch ist hier die Straße überschwemmt worden.

Mittwoch, 9. September

Ruhetag in Leh

Zeit zum Ausschlafen und für Einkäufe in Leh.

Donnerstag, 10. September

Flug Leh - Delhi

Zum Glück nicht gar so früh, wir sind um halb sieben bereit für den Transfer zum Flughafen. Der Flug startet planmäßig um halb neun, es gibt bei dem schönen Wetter natürlich wieder viele Berge zu bestaunen.

Rückflug nach Delhi
Rückflug nach Delhi
Viele wilde Berge, deren Namen wir nicht auf der Karte gefunden haben
Viele wilde Berge, deren Namen wir nicht auf der Karte gefunden haben

In Delhi ist es warm und sonnig. Den Großteil des Tages verbringen wir im klimatisierten Guesthouse, bis wir abends um elf zum Flughafen abgeholt werden.

Freitag, 11. September

Flug Delhi - Frankfurt - Friedrichshafen

2:35 Abflug bedeutet, dass natürlich kaum jemand vorher ordentlich geschlafen hat. Bis es im Flugzeug das Abendessen gibt, sind bald zwei Stunden rum; die restlichen fünf Stunden bis Frankfurt kann man allenfalls ein paar Stündchen einnicken. Als Kind natürlich noch viel weniger, denn erst muss das Unterhaltungsprogramm möglichst komplett absolviert werden. Müde kommen wir in Frankfurt an und haben 1:20 Umsteigezeit für den Inlandsflug. Zum Glück ist das Gepäck schon bis Friedrichshafen durchgecheckt, aber auch so ist die Zeit einigermaßen knapp. Die Sicherheitskontrolle nimmt es hier sehr genau. Der Bus zum Flug wartet geduldig, alle kommen mit und so sind wir am Freitagmorgen um zehn wieder zurück in Friedrichshafen.


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Hartmut Bielefeldt
Galleyenstrasse 19/2
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Letzte Änderung am Montag, 19. Oktober 2015 durch Hartmut Bielefeldt