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Alaska 2000
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Unser Alaska-Reisebericht 2000 ist in zwei Teile aufgeteilt. Teil 1 enthält die eigentliche Berg-Expedition, und Teil 2 enthält unsere darauffolgende Reise durch Alaska. Dasselbe gilt für die dazugehörigen praktischen Hinweise. Diese Seite enthält den zweiten Teil.

Praktische Hinweise für die selbstorganisierte Reise

Teil 2: Allgemeines über Alaska


Flug nach Alaska

Wir sind am 12. Mai von Frankfurt nach Anchorage geflogen; diese Route ging über Las Vegas und Seattle. Gegen Mittag in Frankfurt losgeflogen, kamen wir nachts um eins in Alaska an. Das entspricht einer Dauer von 23 Stunden. Ab Mitte Mai (d.h. wohl nach dem 15.05.) fliegt Condor direkt von Frankfurt nach Anchorage, und das dauert nur 9 1/2 Stunden. Hätten wir das vorher gewusst, wären wir vermutlich auch eine halbe Woche später geflogen. Preis für unseren Flug übrigens DM 1500.

Wetter und Tageslängen in Alaska im Mai/Juni

Das Wetter im mittleren Süden (Anchorage, Matanuska-Susitna-Gebiet) ist recht unbeständig. An der Küste südlich von Anchorage sind die Niederschlagsmengen am höchsten, dort liegt Mitte Mai stellenweise noch Schnee bis ans Meer herunter. In Anchorage wird es Mitte Mai 10-15°C warm, mit Tiefstwerten meist über dem Gefrierpunkt. Anfang Juni können es dann schon 20-25°C werden. Das Landesinnere (Fairbanks) ist im Sommer etwas wärmer, und das Schlechtwetter wird durch die Alaska Range abgeschwächt.
Alaska liegt in der Alaska-Hawaii-Zeitzone, also eine Stunde vor Pacific Time, oder GMT-9h. Da im Sommer wie bei uns auf Sommerzeit umgestellt wird, beträgt der Zeitunterschied zu Deutschland sommers wie winters -10 Stunden. Der Hauptteil Alaskas liegt aber um den 150. Breitengrad herum (und nicht um den 135.), so dass der tiefste Sonnenstand erst eine Stunde nach Mitternacht (zwei bei Sommerzeit) erreicht ist. Ab Mitte Mai wird es nördlich von Anchorage nicht mehr richtig dunkel, und ab Anfang Juni reicht die Helligkeit schon zum Lesen aus. Eine Grafik, aus der man die Dämmerungsdauer an verschiedenen Orten Alaskas ablesen kann, findet sich auf einer separaten Seite.

Preise, Einkaufen, Essen

Das Preisniveau in Alaska läßt sich allgemein nur mit dem Wort "astronomisch" umschreiben. Besonders die Hotelpreise gelten auch unter Einheimischen als unverschämt. Einigermaßen preisgünstige Unterkünfte sind rar; wir haben in Anchorage in einem Hostel übernachtet, das $15 pro Person und Nacht kostet. Unterwegs haben wir meist auf Campingplätzen gezeltet, das kostet $6 bis $12 pro Nacht und Zeltplatz.
Die Preise im Supermarkt lesen sich für fast alle Artikel ungefähr so wie bei uns zuhause - nur dass sie bei uns in DM und hier in US$ sind! Wesentlich teurer sind frisches Obst und Gemüse. Für den Reisenden oft ein Problem ist auch, dass viele Artikel nur in unerträglich großen Verpackungseinheiten zu bekommen sind. Nützlich dagegen ist der Aufdruck einer standardisierten Nährwerttabelle bei fast allen Lebensmitteln. Momentan muss anscheinend alles "fat-free" sein, weil wohl irgendwer die Kalorien aus Fett als besonders böse identifiziert hat. Dass der Joghurt dann stattdessen Unmengen von Zucker enthält, scheint nicht zu stören. Allgemein ist es aber schwierig, wenn man tatsächlich - z.B. für Bergtouren - möglichst viele Kalorien bei wenig Gewicht mitnehmen möchte.
Alkoholische Getränke gibt's nicht im Supermarkt, sondern im Liquor Shop. Was die Mengen betrifft, wieder das Gleiche: Oft ist der 12-pack gesamthaft billiger als der Sixpack Bierdosen.
Für das Essen im Restaurant gilt dasselbe wie für die allgemeinen Essenspreise: Eine einfache Pizza ist öfters unter $10 zu haben, man kann aber auch $15 loswerden. Fleischgerichte $15-25, Seafood (im Süden) ab $15. Alkoholfreie Getränke ab $1, Bier $3-5 (pro pint). Über das große geschwungene "M" und seine Branchenkollegen können wir nichts sagen, wir haben entweder im Restaurant zu Abend gegessen oder auf dem Campingplatz gekocht.
Um auch etwas zu erwähnen, das günstiger ist als in Deutschland: Benzin kostet in Anchorage $1.50 pro Gallone, also selbst bei einem Dollarkurs von DM 2.10 nur 83 Pfennig pro Liter. Außerhalb von Anchorage ist das Benzin 10-30 cents teurer, in Coldfoot kostet die Gallone $2.15.

Telefon

Das Telefonieren mit Münzen ist sehr teuer; besser kauft man sich eine Telefonkarte, die es ab $10 z.B. im Hostel gibt. Im Gegensatz zu unseren Telefonkarten wird nicht etwa die Karte vom Telefonapparat gelesen, sondern man wählt eine angegebene gebührenfreie Nummer, gibt den Code auf der Karte an und hat damit Zugriff auf das Guthaben auf dem Kartenkonto. Von Alaska nach Deutschland kostet nur einige Cents pro Minute plus einem Dollar pro Verbindungsaufbau. Teilweise kann man diese Karten aber nicht in anderen US-Staaten verwenden, aber die lokalen Karten bieten auch größere Preisvorteile als die überregionalen - aber vor dem Kauf erkundigen.

Mücken

Die Mücken in Alaska sind eher etwas langsamer als die Unsrigen zuhause. Es ist gar kein Problem, eine Mücke zu erschlagen. Aber leider sind es an manchen Orten so viele, dass man gar nicht mehr hinterherkommen würde. Die Mücken-Hochsaison liegt im Juli und August.

Elche und Rentiere

Der Elch heißt in Nordamerika Moose, und Rentiere sind Karibus (Caribou). Man kann sie daran unterscheiden, dass:
  • bei den Rentieren Männchen und Weibchen ein Geweih haben, und zwar immer, während den Elchen das Geweih jedes Jahr von neuem wächst, und nur den Männchen
  • Elche Einzelgänger sind, während Rentiere in Herden von 10 bis 1000 auftreten
  • Elche deutlich massiver gebaut sind als Rentiere
  • es keine Rentiere südlich der Alaska Range gibt, und in Inner-Alaska ist der Denali-Park das einzige Verbreitungsgebiet für Rentiere.

Alaska allgemein

Mit 1.53 Millionen km2 ist Alaska mit Abstand der größte US-Staat, viereinhalbmal so groß wie Deutschland. Bei nur 550000 Einwohnern kommen also etwa 3 km2 auf einen Einwohner; die Bevölkerungsdichte ist damit ungefähr 700 Mal kleiner als in Deutschland. Bei derselben Dichte würden in Berlin also etwa 300 Leute wohnen.
Alaska wurde 1728 von Vitus Bering auf einer Reise im Auftrag des russischen Zaren entdeckt. Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurde ein großer Teil der Küsten im Süden Alaskas von russischen Jägern heimgesucht, und viele russische Siedlungen entstanden. 1867 kauften die USA das Gebiet Alaskas für 7.2 Millionen Dollar von Russland.

Anchorage

Die Hauptstadt Alaskas ist Juneau mit ca. 30000 Einwohnern. Wie viele Orte im "Panhandle", dem Südosten Alaskas, ist Juneau allerdings nur per Fähre oder Flugzeug zu erreichen. Weitere große Städte Alaskas sind Fairbanks mit auch ca. 30000 Einwohnern (im Fairbanks-North Star Borough, der weiteren Umgebung, ca. 80000) und schließlich Anchorage, die größte Stadt Alaskas mit etwa 250000 Einwohnern. Anchorage ist der hauptsächliche Flughafen Alaskas, und der Straßen-Knotenpunkt des südlichen Zentral-Alaska.
Anchorage liegt am Meer auf einer flachen Halbinsel westlich der Chugach Mountains, zwischen den beiden Meeresarmen Knik und Turnagain. Das Stadtzentrum liegt im Norden am Knik Arm; zum Einkaufen (Lebensmittel, Ausrüstung) ist allerdings die Gegend des Northern Lights Boulevard, ca. 2 km südlich davon, oder das Dimond Center (8 km südlich) geeigneter.
Es gibt diverse Buslinien, darunter auch einen zum Flughafen (Nr. 6). Der Bus kostet $1 pro Fahrt, die Tageskarte $ 2.50 (aber die muss man vorher im Stadtzentrum kaufen).

Mit dem Fahrrad von Anchorage nach Seward

Der Seward Highway von Anchorage nach Seward ist 127 Meilen lang und durchgängig geteert. Bis auf die Meilen 29 bis 10 (ab Seward gerechnet) ist der Seitenstreifen immer gut ausreichend für Radfahrer. Von Meile 117 bis 80 folgt die Straße dem Turnagain Arm; der Verkehr ist für alaskanische Verhältnisse stark. Die Aussicht auf Meer (wenn nicht gerade Ebbe ist) und Berge ist aber nicht schlecht. Ab Girdwood/Alyeska und spätestens Portage (Meile 80) wird der Verkehr schwächer. Die Straße verläßt das Meer und führt in einigen Schleifen und über vier Pässe (die zwischen 700 und 1400 ft hoch sind) südwärts nach Seward.

Seward

Seward ist nach dem Außenminister William H. Seward benannt, der den Kaufvertrag Alaskas von Russland unterschrieb. Die Stadt ist der einzige Hafen im Osten der Kenai-Halbinsel und hat etwa 3000 Einwohner. Die Berge der Umgebung sind schon ab geringer Höhe vergletschert; der Exit Glacier nordwestlich erreicht mit seiner Zunge das Tal, und im Westen und Südwesten erstreckt sich ein großes Gletscherplateau, das Harding Icefield (vom Tal aus nirgends einsehbar), das einige Gletscher bis ins Meer entsendet. Von Seward aus werden verschiedene Schiffsexkursionen angeboten, auf denen man die Fjordlandschaft und die Tierwelt im Meer und an den Ufern bewundern kann.

Der Parks Highway von Anchorage nach Fairbanks

Diese 350 Meilen lange Strecke ist bis Palmer/Wasilla vierspurig, der Rest zweispurig, geteert und in gutem Zustand. Die einzige Straße, auf der die Höchstgeschwindigkeit auf 65 mph festgelegt war (sonst nur 55). Zum Radfahren ziemlich hügelig; relativ viel Verkehr. 237 Meilen von Anchorage zweigt die Straße in den Denali-Nationalpark ab.

Der Denali-Nationalpark

Während wir von Talkeetna zum Denali den Park sozusagen über den "Hintereingang" betreten hatten, ist der "Haupteingang" das Visitor Center am Parks Highway, Meile 237. Dort werden die Plätze für die Campingplätze im Park zentral vergeben. Für die kleineren Plätze weiter im Innern kann es Wartezeiten von einigen Tagen geben; man kann (wenn man das Datum schon weit genug vorher weiß) auch längerfristig reservieren. Besonders im Juli und August ist der Andrang groß. Im Park gibt es aber gute Gelegenheiten, diverse Tiere zu beobachten.
Die Campingplätze sind allerdings nicht gerade billig. Für 2 Nächte sind wir zu zweit $42 losgeworden: 2 x $12 für die Plätze, 2 x $4 Reservierungsgebühr für den Campingplatz und $5 pro Person Eintritt in den Park.
Auch die Busse (ab dem Savage River, Meile 17, ist die Straße für Privatfahrzeuge gesperrt) kosten ca. $20.

Fairbanks

In Fairbanks ist das Wetter angeblich meistens besser als in Anchorage. Dafür ist die Landschaft langweiliger und die Mücken penetranter. Das Museum der University of Alaska ist allerdings ganz sehenswert.

Der Dalton Highway in den Norden

Der Dalton Highway ist die Bau- und Unterhalts-Straße der Transalaska-Pipeline von Fairbanks nach Prudhoe Bay, wo das Öl gefördert wird. Sie folgt daher meist eng der Pipeline. Seit 1994 ist die Straße bis Deadhorse kurz vor dem Nordpolarmeer frei befahrbar. Diese sogenannte "Hochgeschwindigkeits-Schotterstraße" (50 mph sind erlaubt und meist auch möglich) ist die einzige Straße der USA, die den nördlichen Polarkreis überquert. Man bekommt einen schönen Eindruck von der Weite und Leere der Landschaft hier im Norden, und es ist neben dem Dempster Highway im Yukon die einzige Möglichkeit, in Nordamerika die "echte" Mitternachtssonne zu er"fahren". Vom Beginn der Straße, 73 Meilen nördlich von Fairbanks, sind es 416 Meilen bis Deadhorse. Da es in Coldfoot eine Tankstelle gibt, kann man alle Etappen per Auto mit einer üblichen Tankfüllung zurücklegen. Der Straßenzustand ist allgemein ziemlich gut, aber vielerorts wird gebaut und ausgebessert.

Richardson und Glenn Highway von Fairbanks nach Anchorage

Die Straßen in Zentral-Alaska sind um ein zentrales Dreieck herum angeordnet, das von den Ecken Anchorage, Fairbanks und Tok gebildet wird:
Parks Highway (Anchorage - Fairbanks)
Alaska Highway (Fairbanks - Delta Junction - Tok (-Whitehorse))
Glenn Highway und Tok Cutoff (Anchorage - Glennallen - Tok)
Von Nord nach Süd wird dieses Dreieck im Osten durch den Richardson Highway durchschnitten (Delta Junction - Glennallen - Valdez).
Bis auf den Seward Highway und die Straße nach Kenai sind damit praktisch alle geteerten Straßen Alaskas beschrieben. Für eine Rundreise ergeben sich folglich nicht allzuviele Möglichkeiten. Wir sind von Fairbanks über Delta und Glennallen nach Anchorage zurückgefahren. Bis Delta verläuft die Straße im breiten Flußtal, steigt dann über die Baumgrenze in alpines Gelände an, um über Paxson nach Glennallen wieder abzusteigen. Der Mount Sanford thront direkt über dem Ort, ein sehr charakteristischer Berg. Von Glennallen ins Matanuska Valley geht es wieder über einen weitläufigen Pass mit guter Aussicht auf die großen Gletscher der Chugach Mountains. Durchs Matanuska Valley bis Palmer ist die Straße teilweise recht eng, von einem Seitenstreifen nicht zu reden. Die ganze Strecke von Delta über Glennallen nach Palmer gibt es meist keinen Seitenstreifen, daher wäre fürs Fahrrad der Parks Highway trotz des stärkeren Verkehrs eine Überlegung wert.

Unsere Übernachtungsplätze

Die folgende Tabelle gibt die Orte an, die wir zum Übernachten gewählt haben.
zum (Datum)OrtKosten
P=pro Person
Z=pro Zeltplatz
13.05.Spenard Hostel, Anchorage$ 15 P
14.05.Spenard Hostel, Anchorage$ 15 P
15.05.Spenard Hostel, Anchorage$ 15 P
30.05.Spenard Hostel, Anchorage$ 15 P
31.05.Spenard Hostel, Anchorage$ 15 P
01.06.Granite Creek Campground, Meile 63, Seward Highway$ 10 Z
02.06.Waterfront Campground, Seward$ 6 Z
03.06.Waterfront Campground, Seward$ 6 Z
04.06.Spenard Hostel, Anchorage$ 15 P
05.06.Riley Creek Campground, Denali Park$ 12 Z
06.06.Savage River Campground, Denali Park$ 12 Z
07.06.Artic Circle Campground, Meile 117, Dalton Highway-kein Wasser
08.06.Marion Creek Campground, Meile 180, Dalton Highway$ 8 Zkein Trinkwasser
09.06.Chena Lake Campground, Meile 347, Richardson Highway$ 10 Z
10.06.King Mountain Campground, Meile 76, Glenn Highway$ 8 Z

Literatur

Der Reiseführer "Lonely Planet travel survival Kit Alaska", 5th edition, 1997, ISBN 0 86442 414 0, hat uns bei diesem Teil der Reise gut geholfen.

Adressen im WWW

(weder repräsentativ noch vollständig)
Sie können den gesamten Denali/Alaska-Bericht, also beide Tagebuch-Teile und beide Info-Seiten, als Adobe Acrobat PDF-Datei (39 Seiten, 221 kB) laden (allerdings ohne Bilder).
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Letzte Änderung am 28. November 2017 durch Hartmut Bielefeldt